
SERPENT GATES – The Veil Of Darkness
2026 (Venomoon Records) - Stil: Heavy Metal
Die finnische Heavy Metal-Band SERPENT GATES legt in diesen Tagen ihr Debüt vor. Doch ´The Veil Of Darkness´ ist kein Schnellschuss, sondern das Ergebnis einer ungewöhnlich langen Entstehung, die sich über rund ein Jahrzehnt erstreckte. Schlagzeuger und Hauptkomponist Juho Hakalax entwickelte über Jahre hinweg viele der Riffs und Strukturen, getragen von der Vorstellung, einen Sound zu formen, der tief im klassischen Heavy Metal verwurzelt ist.
Gemeinsam mit Gitarrist Tuomas Västilä entstand so ein Fundament, das sich bewusst an Größen wie IRON MAIDEN orientiert, dabei aber eine eigene Handschrift entwickelt. Die Gitarrenarbeit prägt das Album allerdings entscheidend: galoppierende Riffs treiben viele Stücke nach vorne, während zweistimmige Leads und klar strukturierte Soli für Wiedererkennung sorgen. Die Soli setzen auf Melodie statt Geschwindigkeit, und bleiben immer eng am Song.
Für den Gesang wurde mit Antony Parviainen (MACHINE MEN) ein erfahrener Sänger verpflichtet, der ursprünglich nur als Studiogast vorgesehen war. Seine Interpretation passte so genau zu diesem Material, dass er die Platte prägt. Seine Stimme bewegt sich sicher im klassischen Heavy Metal-Spektrum, um den Songs ihre Durchsetzungskraft zu geben. Am Bass sorgt hingegen Sami Tapola für ein solides Fundament. Währendessen greifen die Texte von Jegori Miinin biblische, historische und mythologische Motive auf und verbinden sie mit einem durchgehend düsteren Blick auf menschliches Verhalten.
Schon der Opener ´Metamorphosis´ setzt das Tempo hoch an, ein kompakter und schneller Track mit treibendem Schlagzeug und klarem Refrain. ´The Beast With Seven Heads´ bleibt etwas schwerer im Midtempo, getragen von druckvollen Riffs und deutlicher biblischer Symbolik. Der Titeltrack ´The Veil Of Darkness´ beginnt langsamer, mit Synthesizer-Flächen und Maiden-Gitarren, bevor Song und Refrain mit voller Kraft einsetzen.
´Night Creeper´ erinnert mit seinem rhythmischen Aufbau deutlich an die klassische NWoBHM-Schule. ´Down The Cross´ gehört zu den härteren Stücken, schnell gespielt, mit scharfen Riffs und einem klar formulierten Blick auf religiöse Strukturen. Mit ´Sanctimonious´ bewegt sich das Album leicht in Richtung Hard Rock, mit starkem Refrain. ´Nephilim´ greift wieder das bekannte Galopp-Muster auf, schnell und direkt, mit mythologischem Bezug.
Das kurze Instrumental ´Black Clouds Rising´ fungiert als Übergang, bevor ´The Goblet Of Tears´ einen anderen Ton anschlägt. Dieses Stück ist als Widmung an den verstorbenen Jarno Parantainen (MACHINE MEN) entstanden, trägt eine deutlich persönlichere Note und wird von einer melancholischen Grundstimmung geprägt. Den Abschluss bildet ´The Czar Will Fall´, ein längerer, epischer Track, der das Finale mit Tempo und melodische Breite beschließt.
So steht ´The Veil Of Darkness´ am Ende als ein Debüt, das seine lange Entstehung nicht versteckt, sondern endlich hörbar macht. Die Songs wirken ausgereift, auch wenn die Einflüsse klar erkennbar sind, entsteht ein geschlossenes Bild einer Band, die genau weiß, welchen Teil des Heavy Metal sie weiterführen will.
(8,5 Punkte)
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