
Fast sieben Jahre sind seit ihrem letzten Werk ´The Throne Within´ vergangen, doch die fünf Schweden versuchen nicht, diese lange Pause mit einem größeren oder ambitionierteren Album zu rechtfertigen. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn RAM reduzieren die Strukturen, kürzen die Songs und verzichten auf vieles, was sie selbst als unnötig betrachten.
Herausgekommen ist ein direktes, klar am traditionellen Heavy Metal orientiertes Album, das zugleich deutlich dunkler und dichter klingt als seine Vorgänger.

Bereits ´Ghost Emperor´ oder ´Abattoir´, die mit ihrer Power an JUDAS PRIEST zu ´British Steel´-Zeiten erinnern, zeigen die beiden wesentlichen Seiten von ´Against´, nämlich Gewicht und Geschwindigkeit. Die Gitarren haben ordentlich Gewicht, die Produktion besitzt Druck, ohne den Songs ihre Beweglichkeit zu nehmen.
´Out Of Control´ öffnet den Sound stärker in Richtung Hard Rock und erinnert mit seinen Rhythmen stellenweise an IRON MAIDEN Mitte der Achtziger. Dazu kommen gute Soli und eine variable Gesangsleistung von Oscar Carlquist.
Auch ´Leaving´ setzt einen anderen Akzent. Der schwere, beinahe doomige Beginn trifft auf deutlich hellere Refrains. Bemerkenswert ist, dass Teile des Songs bereits aus dem Jahr 2006 stammen.
´Night Blade´ wiederum stellt das Riff konsequent in den Mittelpunkt. Carlquist verwies bei der Entstehung auf die Bedeutung des Riffs im Metal der Siebziger und frühen Achtziger, und genau diese Konzentration auf eine einfache, tragende Gitarrenfigur prägt den Song.
Produziert wurde erneut mit Johan Reiven, der bereits bei ´Lightbringer´ mit RAM arbeitete. Die Aufnahme im „Studio Recordia“ in Varberg verfolgt dabei einen organischeren Ansatz.
RAM bleiben damit ihrer seit 1999 entwickelten Vorstellung von Heavy Metal treu. ´Against´ klingt schwerer, dunkler und stellenweise schneller als seine Vorgänger, zugleich aber direkter. Nach sieben Jahren gibt es keinen Kurswechsel – und genau das passt zu einer Band, die längst ihre eigene Sprache gefunden hat.
(8,5 Punkte)
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(VÖ: 09.10.2026)
Pic: Sanna Bäckström



