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CONFUSION FIELD – Resilience Remains

2026 (Independent/Just For Kicks Music) - Stil: Modern Heavy Prog

Eine der packendsten Prog-Bands, die Finnland derzeit zu bieten hat, findet man auf keiner Bühne.

Das hat einen einfachen Grund. CONFUSION FIELD ist ein reines Studioprojekt, konzipiert und umgesetzt von Tomi Kankainen aus Äänekoski, irgendwo zwischen Seen und Wäldern in Mittelfinnland. Ein Neuling ist er nicht. In den Neunzigern und frühen Zweitausendern spielte er in Bands wie WATERFRONT WEIRDOS, MORNINGSTAR, MURDER IN ART und HEATHEN HOOF, stilistisch weit gefächert. Dann kamen Jahre, in denen andere Dinge wichtiger waren. 2017 kehrte er zu seinen Wurzeln zurück und gründete CONFUSION FIELD.

Für das Debüt ´Disconnection Complete´ holte er 2021 alte Weggefährten ins Studio, Petri Honkonen am Schlagzeug und Markus Jämsen, einst Gitarrist bei SWALLOW THE SUN. Zwei Jahre später folgte ´Future Impact Of Past Diversions´. Und jetzt also Teil drei, mit einer Neuerung, die das Klangbild spürbar verändert.

Am Schlagzeug sitzt diesmal Martino Malacrida, ein Session-Drummer aus Italien. Alle übrigen Instrumente samt sämtlicher Gitarren hat Tomi Kankainen selbst eingespielt, er singt, schreibt und produziert obendrein. Ein gewaltiges Pensum, das zeigt, wie konsequent hier einer seine Vision verfolgt.

Wer die erste Single kennt, könnte sich auf eine falsche Fährte locken lassen. ´Maintain The Uncertainty´ eröffnet das Album mit schweren Riffs und einem Schlagzeug, das mächtig Druck macht. Doch ´Resilience Remains´ ist insgesamt deutlich synthlastiger als seine Vorgänger. Die Keyboards streuen weite Flächen, unter denen die heruntergestimmten Gitarren grollen wie ein Gewitter hinter dem Horizont. Und über allem liegt jene Schwermut, die man nicht erklären muss, wenn man einmal einen finnischen Novemberabend erlebt hat.

Danach folgen ´Conjuring Conflict´ und ´Sea Of Irrelevance´, später ´Blame Gravity´ und ´Is That All´. Die meisten Songs bleiben bei rund fünf Minuten, und das ist eine kluge Entscheidung. Vertrackte Strukturen und Refrains mit Pop-Gespür halten einander die Waage, und Metalwucht kommt noch obendrauf.

Textlich wird es ungemütlich. Tomi Kankainen erzählt von Menschen, die ihre Illusionen verloren haben und sich fremd fühlen in einer Gesellschaft, die Anpassung belohnt und ihre wahren Machtverhältnisse gut versteckt. Die Titel im weiteren Verlauf, ´A New Code´, ´The Echo Collector´ und ´Restricted Area´, passen gut in diese Gedankenwelt. Doch ganz ohne Licht kommt die Platte nicht aus. Unter Frust und Rückschlägen glimmt der Wille, einen Ausweg zu finden und sich von alten Zwängen zu lösen. Darum trägt das Album seinen Namen.

Den Schlusspunkt setzt ´Graceful Deceit´, mit gut sieben Minuten das längste Stück der Platte. Hier bekommt das Album noch einmal Raum, sich in voller Breite zu entfalten, bevor es mit einem leisen Trotz verklingt.

Rund 47 Minuten dauert dieser Trip, und man kommt anders heraus, als man hineingegangen ist. Tomi Kankainen beweist, dass ein Projekt, das im Kern von einem einzigen Mann getragen wird, die Wucht einer ganzen Band entfalten kann, wenn die Vision stimmt und der richtige Mann am Schlagzeug sitzt. Wer modernen Heavy Prog liebt, sollte hier zugreifen. Auf der Bühne gibt es CONFUSION FIELD nicht. Umso lauter darf man die Platte zu Hause aufdrehen.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/ConfusionField/

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