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ISOBAR – Isobar V

2026 (TropeAudio/Just For Kicks Music) - Stil: Prog Rock

In den Credits dieser Platte taucht ein Instrument auf, das man in keinem Musikgeschäft der Welt kaufen kann. Mattias Olsson, den viele von ÄNGLAGÅRD kennen, wird nämlich nicht nur für Schlagzeug und Percussion geführt. Da steht auch noch „Twiddly Bits“. Also kleine Frickeleien, Klangspielereien, Verzierungen am Rand. Man muss schmunzeln, wenn man das liest, und irgendwie sagt dieses Detail schon eine Menge über die Band. ISOBAR nehmen ihre Musik sehr ernst. Sich selbst offenbar weniger, und das macht sie sympathisch.

Die vier kommen aus San Jose in Kalifornien und spielen instrumentalen Progressive Rock. Gesungen wird hier nicht, Refrains zum Mitträllern gibt es keine, und wer nebenbei Wäsche falten will, ist bei dieser Platte falsch. ´Isobar V´ ist das fünfte Album, und wer die Vorgänger kennt, fühlt sich schnell zu Hause. Geschrieben, arrangiert und produziert haben alles Malcolm Smith an der Gitarre und Marc Spooner an den Keyboards. Loren Gustafson spielt Bass, Mattias Olsson sitzt hinter den Trommeln.

Aufgenommen wurde übrigens nicht an einem Ort. Die „Dolores Gulch Studios“ und „The Music Shed“ waren die Basis, das Schlagzeug kam separat aus dem „Roth Händle Studio“. Gemischt hat Robert Berry in den „Soundtek Studios“, und das Mastering lag bei Rainer Gembalcyk von „Sienna Digital“.

Wie das klingt? Schwer in eine Schublade zu stecken. Man hört die verschachtelte Spiellust eines Frank Zappa heraus, und an anderen Stellen blitzt die verzahnte Präzision von GENTLE GIANT auf. Jazz Fusion mischt sich darunter, manchmal auch eine fast klassische Strenge. Trotzdem wirkt das nie wie eine Fingerübung. Die Stücke stecken voller Haken und Taktwechsel, aber man hat immer das Gefühl, dass hinter jeder Wendung ein Gedanke steckt und nicht bloß der Wunsch, zu zeigen, was man kann.

Bei ´Gravity Itself´ mischt bereits Gastsaxofonist James Vaughn mit. Der ist übrigens auf sechs der zehn Stücke zu hören. Bei ´Oats And Glitter´ kommt John Ettinger an der Violine dazu, und plötzlich bekommt der Sound so einen kammermusikalischen Glanz. ´Folie Circulaire´ ist mit sieben Minuten das längste Stück, und da dürfen Saxofon und Geige zusammen durch das Labyrinth streifen.

Bei ´As Is Was´ bleibt das Quartett dann unter sich. Gut vier Minuten nur, aber man merkt, wie fest diese vier ineinandergreifen, wenn keiner von außen dazukommt. Und dann kommt ´The Position Of Dr. Mannix´, dabei greift Patricio Penin zu den Uilleann Pipes, dem irischen Dudelsack. Irische Pfeifen in kalifornischem Prog, dazu wieder das Saxofon. Auf dem Papier klingt das verrückt. In der Praxis ist es eine der charmantesten Ideen der ganzen Platte.

´Democracy, The Kimono´ und ´One Woman, One Cow´ bringen einen schon mit ihren Titeln zum Grinsen, und auch hier ist James Vaughn wieder dabei. ´March Of The Butterflies´ gehört dann wieder allein dem Quartett und nimmt sich über sechs Minuten Zeit. Danach kommt ´Some Sort Of Rudimentary Lathe´, keine zwei Minuten lang, ein kurzer Wirbel vor dem Ende. Den Schlusspunkt setzt ´The Turpitude´, knapp sieben Minuten, und John Ettinger holt seine Violine noch einmal heraus.

Gut 52 Minuten dauert das alles, und ja, die Platte will richtig gehört werden, nicht nebenbei. Aber wer sich die Zeit nimmt, Kopfhörer aufsetzt und sich aufs Sofa legt, bekommt eine Menge zurück. Und erfährt nebenbei endlich, wie „Twiddly Bits“ klingen.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/isobarmusic/
https://isobarprog.bandcamp.com/album/isobar-v

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