
CRONOS – Der Meister des Infernos legt die Axt nieder
Am 29. September 2026 hat der Höllenlärm seinen Urvater verloren. Conrad „Cronos“ Lant ist im Alter von 63 Jahren abgetreten. Mit ihm zerfällt eine monumentale Säule aus dem Fundament des extremen Heavy Metal. Die Welt steht einen Augenblick lang still, nur um dann im verzerrten Dröhnen eines übersteuerten Basses zu erschüttern.
Conrad „Cronos“ Lant war der ultimative Anti-Konformist. In einer Ära, in der Hard Rock und Heavy Metal immer glatter, polierter und geschleckter für die Radiostationen zurechtgestutzt wurden, ging der Kerl mit Anlauf den entgegengesetzten Weg. Er bewies der Welt auf brachialste Weise, dass Musik hässlich, laut, ungeschliffen und gefährlich sein darf.
Als der Mann Ende der Siebzigerjahre zusammen mit VENOM das Licht der Welt verdunkelte, brachen sämtliche Dämme. Es gab damals schlicht keine Blaupause für diese Art von klanglicher Anarchie. Das über das Kultlabel „Neat Records“ veröffentlichte Debütwerk ´Welcome To Hell´ war eine unpolierte, in heimlichen Nacht- und Nebel-Aktionen eingespielte Kriegserklärung an jeglichen Wohlklang. Statt des damals üblichen, klaren Gesangs setzte Conrad „Cronos“ Lant auf eine extrem raue, krächzende Kehle – der direkte Grundstein für die spätere gutturale Gesangskultur im gesamten Extreme Metal. Dazu sein legendärer, völlig übersteuerter Bass-Sound, den er peitschend wie eine zweite Rhythmusgitarre traktierte und der VENOM diesen unnachahmlichen NWoBHM-Sound auf Steroiden verpasste.
Ein Jahr später folgte mit ´Black Metal´ die finale Detonation. Mit diesem einen Album prägte Conrad „Cronos“ Lant die visuelle Leder- und Nieten-Ästhetik samt okkulten Symbolen und gab einem der mächtigsten Subgenres der Musikgeschichte seinen Namen. Ohne diesen rohen Ausbruch hätten spätere Giganten wie METALLICA, SLAYER oder EXODUS niemals diese hemmungslose Härte gefunden.
Auch abseits der Scheinwerfer war Conrad „Cronos“ Lant eine Naturgewalt, mit der man sich besser nicht anlegte. Als eiserner Bodybuilder und Kampfsportler überlebte er 2002 einen schweren Fitnessunfall an der Wirbelsäule. Die Ärzte gaben ihm damals keine Chance mehr zu laufen, doch der Mann kämpfte sich mit starrer Sturheit zurück auf die Bretter, um wenige Jahre später wieder headbangend die Hallen zu zerlegen.
Selbst im Alter blieb der Kerl unzähmbar. Noch im Mai 2026 ballerte er mit ´Into Oblivion´ ein finales, wüstes Lebenszeichen in die Gehörgänge seiner weltweiten Fan-Legionen. Conrad „Cronos“ Lant scherte sich einen Dreck um Zensur oder erhobene Zeigefinger und lebte dieses Erbe bis zum allerletzten Atemzug.
Jetzt schweigt die wohl räudigste Stimme der Metal-Geschichte. Die Amp-Türme verstummen, der Rauch verzieht sich, doch die Magie und die schiere Macht seines Erbes bleiben für die Ewigkeit in den Äther gemeißelt.
HAIL VENOM! HAIL CRONOS!
(Bildausschnitt für das Blog-Layout angepasst)



