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SCOTT HEPPLE AND THE SUN BAND – Wyrd Seasons

2026 (Popclaw/Rise Above) - Stil: Psychedelic Rock / Heavy Progressive Rock

SCOTT HEPPLE AND THE SUN BAND orientieren sich an der Vergangenheit. Das ist derzeit nicht ungewöhnlich, das machen viele Bands. Aber die sich 2021 in Newcastle zusammengefundenen Musiker sind gerade durch diese scheinbar rückwärtsgewandte musikalische Wendung sehr aufregend und originell.

Der Opener ´My New Friend´, auch vorab per Video veröffentlicht, bewegt sich zwischen psychedelischen Tönen – angelehnt an die aufregende Aufbruchszeit des Rock Ende der 60er-Jahre / Anfang der 70er-Jahre und an Neo Rockern wie WOLFSMOTHER, deren beste Zeit auch schon wieder Jahrzehnte zurückliegt.

Dabei wird unnötiger Bombast bei Songs wie ´Kallash´ über Bord geworfen, trotzdem klingt der Sound irgendwie opulent. Ihre Erinnerung und ihre Hommageansätze reichen von 60er Größen wie THE BEATLES, THE WHO oder THE KINKS über die THE STOOGES und Progressive und Flower Power Größen Anfang der 70er-Jahre. Und das alles wird zum Beispiel in knapp vier Minuten im großartigen ´Already Dead´ untergebracht.

Im über achtminütigen ´No Time´ wird auch Art Rock integriert. Das hört sich jetzt vielleicht sehr willkürlich und mosaikartig an, aber durch den großartigen, sirenenartigen Gesang von Namensgeber Scott Hepple und die Authentizität der eingebrachten Musikstile werden die musikalischen Mosaiksteine zu einem großen Ganzen, wie ein fertiges Puzzle aus einzelnen Puzzleteilen, erfolgreich zusammengesetzt.

Hier bei ´No Time´ spielt sich die Band in einen exaltierten Rausch und Scott thront mit seinen Vocals über allem. Die Gitarre übernimmt später auch Führungsarbeit und treibt den Song weiter voran.

´The Stranger´ klingt sehr britisch. ´Take A Ride´ kommt langsam und effektiv und klingt wie aus einer anderen Rockwelt, die es eigentlich schon lange nicht mehr gibt, der wir aber immer wieder nachtrauern. Aber dafür ist der Song trotzdem sehr vital und frisch.

´The Great Comedown´ entwickelt eine Dynamik, die die Hörerin / den Hörer sofort wieder gefangen nimmt. Der Titelsong zum Schluss zeigt noch einmal die Ambivalenz der Musik auf. Sanft, ohne zerbrechlich zu wirken. Psychedelisch und trotzdem auch fest im Hier und Jetzt verortet. Verspielt, ohne sich im eigenen musikalischen Kosmos zu verlieren. An der Vergangenheit orientiert, ohne störendes Epigonentum.

Aufgenommen wurde das neue Album im bandeigenen Studio auf einer Acht-Spur-Tonbandmaschine und gemischt hat es Richard Whittaker, der zuletzt unter anderem durch die THIN LIZZY-Neuabmischungen für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

UK wird dieses Jahr im (Heavy) Rock Bereich wieder richtig salonfähig. Nach UNCLE ACID AND THE DEADBEATS und ´Shapes Of Midnight´ kommt mit SCOTT HEPPLE AND THE SUN BAND die zweite wirklich aufregende Veröffentlichung im Heavy Rock aus britischem Bestand.

Was bei beiden ähnlich ist, ist der originelle, sich meist in hohen Sphären bewegende großartige Gesang. Sind UNCLE ACID… durch ihre natürliche Eingängigkeit und Urgewalt spannend, so können Scott Hepple und seine Mitstreiter vor allem durch ihre vielen progressiven, musikalischen Ideen überzeugen.

Im November und Dezember auch in einigen Städten in Deutschland auf Tour. ´Wyrd Seasons´ ist ein klarer Höhepunkt der letzten Monate.

(8,75 Punkte)

https://www.facebook.com/scotthepplemusic


Bild: Cover-Artwork der Künstlerin Katherine Hunter
für das Album „Wyrd Seasons“ von Scott Hepple and The Sun Band
(© 2026 Rise Above Records / Popclaw).

Band-Foto: Jack Hope (Pressefreigabe / Popclaw / Rise Above Records)
Nutzung zur redaktionellen Berichterstattung.

(VÖ: 30.10.2026)

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