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HALL AFLAME – Amplifire

~  2024 (Rat Pak Records) – Stil: Hard Rock ~


METAL CHURCHs Kurdt Vanderhoof tauchte erstmals 1991 mit seinem Sidekick HALL AFLAME auf und lieferte mit ´Guaranteed Forever´ ein grandioses Manifest zeitlosen Hard Rock mit leichter Biker Rock-Schlagseite. Das Ding läuft auch heute noch regelmäßig und sorgt immer wieder für Begeisterungsstürme. Alleine die Eröffnungsnummer ´Shake The Pain´ ist es wert, das Album zu besitzen. Was Vanderhoof nun geritten hat, 33 Jahre nach dem Debüt ein neues Album unter dem Banner von HALL AFLAME zu veröffentlichen, bleibt eine berechtigte Frage. Leider ist Sänger Ron Lowd nicht mehr dabei und wurde durch Scott Nutter ersetzt, der einen recht geschmeidigen Job abliefert, aber dem Rotz, Dreck und Biss fehlt, die Lowd in jeder Note parat hatte. Aber vielleicht ist es auch den zahmeren Kompositionen geschuldet, die Vanderhoof hier unter dem Namen HALL AFLAME präsentiert.

Nicht dass ´Amplifire´ schlecht ist, im Gegenteil, man liefert trendfreien, zeitlosen soliden Hard Rock mit hoher Melodiedichte. Während das Debüt doch deutlich ruppiger und roher wirkt, gefällt ´Amplifire´ mit eingängigen Nummern, die so gesehen wenig Überraschendes bieten, aber dennoch nachwirken. Mit ´Helltown´ eröffnet das Album recht stark und nachhaltig. Die Gitarre zieht den Track nach vorne und setzt erste Duftmarken, was man von dem Album im weiteren Verlauf erwarten kann. Einen echten Ohrwurm schiebt man mit ´Ripcord´ umgehend nach. Klasse Taktung, cooler Gesang und hinten raus wird sogar das Tempo kräftig angezogen. ´Gunnin´ überzeugt auch umgehend mit tightem Riffing und wiederum einer klasse Gesangsleistung, die den Track prägt. Nutter klingt in einigen der Stücke weniger handzahm, ist aber dennoch weit weg von der dreckigen Stimme eines Lowd. Mit ´Long Way Down´ kickt man schön Arsch. Auch hier eine exzellente Gitarrenarbeit, die die Nummer prägt. Überhaupt klingen einige Gitarrenläufe auf dem Album immer mal wieder nach METAL CHURCH der jüngeren Vergangenheit. Gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang ´Keeping Them All Away´. Tendenziell kann man das Album ganz klar Fans von RHINO BUCKET, GREAT WHITE, CINDERELLA und Co. empfehlen. Auch wenn die Parallelen zum Debüt zu erst nicht wirklich offensichtlich erscheinen, sie sind jedoch vorhanden. Ein cooles und hörenswertes Album mit nur einem Makel: die Bezugsquelle.

Leider nur über „Rat Pack Records“ als US-Import zu beziehen, die ja für ihre Hochpreispolitik bekannt sind. Allerdings killt das Porto von über 27 US-Dollar dann den Spaß am Vinylkauf komplett. Nee, darauf habe ich dann keinen Bock. Bleibt es eben bei einer CD oder dem Download, auch wenn es zum Kotzen ist …. dieser DL-Mist.

(8 Punkte)

 

https://www.facebook.com/HallAflame/