PlattenkritikenPressfrisch

WODE – Uncrossing The Keys

2025 (20 Buck Spin) – Stil: Black Metal/Heavy Metal/Post-Punk/Gothic Rock/Doom

Mit ´Uncrossing The Keys´ legen WODE ihr bislang weitläufigstes und zugleich geschlossenstes Werk vor. Die Mancunianer, seit den frühen 2010er-Jahren eine feste Größe im britischen Underground, beweisen hier eindrucksvoll, wie wandlungsfähig ein klar umrissener Kern sein kann.

Auf dem Fundament von First-Wave-Black Metal und klassischem Heavy Metal errichten sie ein Klanggebäude, das Post-Punk, Gothic Rock und Doom Metal nicht als dekoratives Beiwerk, sondern als tragende Elemente integriert.

Bereits der Auftakt ´Two Crossed Keys´ markiert die ästhetische Stoßrichtung: treibend, selbstbewusst, mit einer Mischung aus punkiger Direktheit und düsterer Grandezza. Galoppierende Riffs, melodische Leadlinien und ein druckvoller Bass verbinden sich zu einem Sound, der ebenso sehr auf körperliche Wirkung wie auf Atmosphäre zielt.

Besonders auffällig ist dabei die Produktion, die mit rauer Klarheit arbeitet und dem Album eine angenehm zeitlose Patina verleiht.

WODE verstehen es, Kontraste wirkungsvoll auszuspielen. Songs wie ´Under Lanternlight´ oder ´Transmutation´ balancieren klassische Heavy Metal-Harmonien mit geschwärzter Aggression, während Stücke wie ´Saturn Shadow´ und das doomige ´Prisoner Of The Moon´ Raum für Dissonanzen, Melancholie und verlangsamte Dramatik schaffen.

Immer wieder blitzen melodische Figuren auf, die an die Schnittstelle von frühem Black Metal und dunklem Post-Punk erinnern, ohne sich stilistisch festzulegen.

Besonders überzeugend ist die instrumentale Leistung: Gitarrenarbeit mit Sinn für Dramaturgie, ein präsenter, gestaltender Bass und ein Schlagzeugspiel, das zwischen Vorwärtsdrang und kontrollierter Wucht vermittelt.

Der Gesang bleibt rau und eindringlich, ohne sich in bloßer Extremität zu erschöpfen. Der Schlusstrack ´Dashed On The Rocks´ bündelt diese Qualitäten noch einmal in einem spannungsreichen Wechselspiel aus Aggression und Melodik.

´Uncrossing The Keys´ erfindet das Genre nicht neu, erweitert es aber klug und selbstbewusst. Ein starkes Album, dessen Entwicklungslust überzeugt, auch wenn nicht jeder Ansatz bis ins Letzte ausgeschöpft wird.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/Wodecult


Pic: Stephen Fletcher

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"