
HELLRIPPER – Coronach
2026 (Century Media) – Stil: Black Metal/Speed Metal/Thrash Metal
Mit ´Coronach´ legt das schottische Ein-Mann-Projekt HELLRIPPER ein Werk vor, das die bisherige Entwicklung konsequent weiterführt und zugleich an mehreren Stellen hörbar nachschärft.
Hinter dem Projekt steht James McBain, der erneut als alleiniger Architekt eines Sounds auftritt, der Black Metal, Speed Metal, Thrash und eine deutlich vernehmbare Rock’n’Roll-Attitüde in ein eigenständig funktionierendes Gefüge überführt. Dabei geht es weniger um das bloße Nebeneinander stilistischer Einflüsse als um deren kontrollierte Verdichtung in kompakten, auf Wirkung gebauten Kompositionen.

Bereits der Opener ´Hunderprest´ fungiert als eine Art Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart: noch eng verwandt mit den Vorgängeralben, zugleich aber mit zusätzlicher melodischer und struktureller Durcharbeitung versehen.
Erst im direkten Anschluss entfaltet sich mit ´Kinchyle (Goatkraft And Granite)´ jene stärkere Hinwendung zu eingängigeren Momenten, die sich durch das gesamte Album zieht. Hier treten hymnische Refrains, eine deutlich rockigere Grundhaltung und ein spürbares Gespür für Dynamik hervor, ohne die charakteristische Raserei zu verwässern.
Besonders hervorzuheben ist McBains Gitarrenarbeit, die nach wie vor von hoher Präzision und Spielfreude geprägt ist. Riffs und Soli greifen ineinander, während harmonisierte Leads und gelegentlich technisch anmutende Passagen zusätzliche Tiefe erzeugen.
Stilistisch bewegt sich das Material dabei zwischen aggressiver Direktheit und melodischer Ausarbeitung, wobei sich wiederkehrende folkloristische und okkulte Motive wie ein konzeptioneller Rahmen durch die Texte ziehen. Schottische Mythen, dämonische Figuren und traditionelle Begriffe fungieren weniger als bloße Kulisse, sondern als integraler Bestandteil der ästhetischen Gesamtanlage.
Im Verlauf des Albums gelingt es HELLRIPPER, die Spannung zwischen roher Energie und strukturierter Komposition konstant zu halten. Einzelne Stücke setzen stärker auf Atmosphäre, andere auf unmittelbare Durchschlagskraft, doch die Balance bleibt gewahrt. ´Coronach´ wirkt dadurch geschlossener und fokussierter als frühere Veröffentlichungen, ohne an Intensität einzubüßen.
Unterm Strich steht ein Album, das die stilistische Identität des Projekts weiter festigt und zugleich eine klarere Kontur in der Verbindung seiner Einflüsse erkennen lässt.
(7,5 Punkte)
https://www.facebook.com/Hellripper1
Pic: Official Band Photo “Century Media”



