
STEAMGENERATOR – Hopeless Romantic
2026 (metalloscope music) - Stil: Doom
Aus der Industriestadt Wolfsburg kommt eine Band, deren Klang so schwer wirkt wie die Maschinenhallen, die ihre Heimat prägen. STEAMGENERATOR arbeiten seit Jahren an einer Form des klassischen Doom Metal, der tief in der Tradition von BLACK SABBATH, TROUBLE oder CATHEDRAL verwurzelt ist und dennoch eine eigene Handschrift trägt. Hinter diesem Projekt stehen Musiker, die ihre Erfahrung über Jahrzehnte gesammelt haben. Gitarrist Marcus Milbrandt und Schlagzeuger Christian Steffenhagen spielen bereits seit den frühen neunziger Jahren gemeinsam in regionalen Formationen, vor allem bei der Doom-Band GRIEF OF GOD. Die Leidenschaft für langsame, schwere Riffs und düstere Melodien blieb bestehen, und so begannen beide Musiker um 2015 damit, neues Material zu schreiben.
Aus dem Duo entwickelte sich allmählich eine vollständige Band. Keyboarder Oliver Korsten stieß als vertrauter Weggefährte hinzu, kurz darauf kehrte Bassist Tobias Gloge nach Wolfsburg zurück, der zuvor bei OOMPH! gespielt hatte. Mit Sänger Cesare Piseddu fand die Gruppe schließlich die Stimme, die diesen massiven Songs Ausdruck und Gewicht verleihen konnte. Aus diesem Kreis entstand STEAMGENERATOR. Das Debüt ´Black As Coal´ erschien 2019 und brachte der Band schnell Aufmerksamkeit in der deutschen Doom-Szene ein. Vier Jahre später folgte mit ´Hopeless Romantic´ ein zweites Album, das die melancholische Seite der Band stärker betonte und gleichzeitig die schwere Gitarrenarbeit weiter zuspitzte.
Die Neuveröffentlichung von ´Hopeless Romantic´ über “metalloscope music” bündelt nun beide Kapitel dieser Geschichte. Das Album erscheint mit neuem Artwork und ergänzt um die remasterten Stücke von ´Black As Coal´. Daraus entsteht eine kompakte Werkschau der Wolfsburger Formation, die fast siebzig Minuten klassisch geprägten Doom Metal präsentiert.
STEAMGENERATOR eröffnen den Albumzyklus mit ´Untertage´, einem selbstverständlich schwerfälligen, tief gestimmten Doom-Track, der sofort die Atmosphäre der Band etabliert. Die Gitarren von Marcus Milbrandt wälzen sich kraftvoll über den Rhythmus von Christian Steffenhagen und Tobias Gloge, während Cesare Piseddu mit dramatischem und heroischem Gesang die düstere Stimmung trägt. Anschließend entfaltet sich in ´Age Of Transmission´ ein druckvolles Riff, das die technokratische Welt beschreibt, die thematisch im Zentrum steht.
´Electric Temple´ betont die Schwere und Zeitverzögerung im Besonderen, und verbindet klassische Heavy Metal-Strukturen mit dem typischen Doom-Schwergewicht. Danach zeigt ´1000 Flowers´ einen melancholischen und gothic’haften Charakter, was dem Song einen verspielten, aber dennoch intensiven Charakter verleiht. ´Locomotive Rust´ bringt rohe Energie zurück, die Gitarren stampfen wie eine alte Maschine, während der Gesang über allem thront.
´Solitude Traveller´ entwickelt eine nachdenkliche, fast epische Klanglandschaft. Ein langsames Gitarrenmotiv wächst zu einem intensiven Doom-Track, der die Isolation eines Wanderers durch eine düstere Welt beschreibt. Mit ´Zuse´ präsentiert die Band ein kompakteres Stück, das technisch präzise Gitarrenarbeit mit treibendem Groove verbindet und gleichzeitig auf den deutschen Computer-Pionier Konrad Zuse anspielt.
Der zweite Abschnitt des Albums widmet sich den remasterten Songs von ´Black As Coal´, die ihre rohe Kraft und klassische Doom-Ästhetik bewahren. ´Kali Yuga´ eröffnet mit einem dunklen, nahezu klassischen Riff, gefolgt vom Titelsong ´Black As Coal´, der schwere Doom-Riffs mit hymnischen Momenten kombiniert. ´Cosmic Trigger´ führt den Hörer auf psychedelische Pfade, während ´Whisky Ritual´ mit bodenständiger Härte und kraftvollem Groove überzeugt. Den Abschluss bildet ´Through Stargates´, ein beinahe achtminütiges Epos, das die Intensität kontinuierlich steigert und in majestätischen Gitarrenpassagen endet.
Mit dieser Veröffentlichung präsentieren STEAMGENERATOR eine eindrucksvolle Sammlung ihres bisherigen Schaffens. Die Wolfsburger Formation beweist, dass klassischer Doom Metal leidenschaftlich und überzeugend klingen kann. Hinter den schweren Riffs und den dunklen Themen steht eine Band, die ihre musikalischen Wurzeln kennt und sie mit sichtbarer Hingabe weiterführt. Das Ergebnis wirkt ehrlich und voller Energie – ein echtes Stück deutscher Doom-Metal-Kultur aus der Stahlschmiede Wolfsburg.
(8 Punkte)
https://www.facebook.com/Steamgenerator.Wolfsburg/
(VÖ: 25.03.2026)



