
CONVERGE – Love Is Not Enough
2026 (Epitaph) – Stil: Metalcore/Hardcore Punk/Noise Rock
Mit ´Love Is Not Enough´ legen CONVERGE ein Album vor, das gleichermaßen Rückbesinnung und Verdichtung ist – eine konzentrierte Standortbestimmung, in der die Band ihre über Jahrzehnte geschärfte Klangsprache auf den Kern reduziert.
Nach dem atmosphärisch angelegten, kollaborativen ´Bloodmoon: I´ mit CHELSEA WOLFE wirkt diese Veröffentlichung wie eine bewusste Fokussierung auf das eigene Fundament: scharfkantige Riffs, eruptive Dynamik, zähe Zwischentöne. Die Songs sind kürzer, direkter, dabei dichter komponiert – ein kontrollierter Sturm, der keine ornamental ausufernden Strukturen mehr benötigt.

Schon der Einstieg macht klar, dass hier nichts verwässert wurde. Gitarren und Schlagzeug arbeiten mit brutaler Präzision, während Jacob Bannons Stimme zwischen messerscharfen Screams und emotional aufgeladenen Passagen pendelt.
Die Band greift dabei auf vertraute Elemente ihrer Diskografie zurück, ohne rückwärtsgewandt zu wirken: Sludge-lastige Spannungsfelder treffen auf thrashige Beschleunigung, kurze Arrangements auf sorgfältig gesetzte Atmosphären. Stücke wie ´To Feel Something´ oder ´Beyond Repair´ zeigen, wie viel Ausdruckskraft in knapper Form liegen kann.
Bemerkenswert ist die Geschlossenheit des Kerns: keine Gastauftritte, kein konzeptioneller Umweg – stattdessen ein Zusammenspiel, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Gerade diese Reduktion verleiht dem Album Gewicht. Die Wucht entsteht nicht aus Lautstärke allein, sondern aus struktureller Disziplin und einer klaren klanglichen Handschrift.
Der Albumtitel hinterlässt zudem eine markante kulturelle Signatur: dass ´Love Is Not Enough´ ausgerechnet rund um den Valentinstag erscheint, setzt einen bewusst kontrastierenden Akzent. Romantische Symbolik trifft auf existenzielle Nüchternheit – eine Reibung, die dem Werk zusätzliche Tiefenschärfe verleiht.
In seiner Konsequenz erinnert das Album eher an die kompromisslose Energie von ´Jane Doe´ als an spätere Experimente, ohne deren Reife zu verlieren. CONVERGE wirken hier nicht retrospektiv, sondern souverän und künstlerisch gefestigt.
Ein konzentriertes, physisches und zugleich reflektiertes Werk, das zeigt, wie relevant diese Band auch nach all der Zeit geblieben ist.
(9 Punkte)
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Pic: Official “Epitaph” Press Photo



