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MAYHEM – Liturgy Of Death

2026 (Century Media) – Stil: Black Metal

Mit über vier Jahrzehnten Bandgeschichte sind MAYHEM längst mehr als nur ein Name – sie sind eine Institution des Black Metal.

Ihr siebtes Studioalbum ´Liturgy Of Death´ zeigt, dass die norwegischen Pioniere noch immer in der Lage sind, ein Werk von bedrohlicher Intensität und atmosphärischer Tiefe zu schaffen.

Acht Kompositionen durchziehen das Album mit einer unheilvollen Aura, die sowohl die orthodoxen Wurzeln als auch moderne Interpretationen des Genres umfasst.

Telochs Riffs schneiden messerscharf durch die dichte, finstere Klanglandschaft, während Attila Csihar mit dämonischen Schreien, klaren Gesangspassagen und opernhaften Verzierungen eine unheimliche Dramatik hinzufügt.

Hellhammer zeigt erneut Schlagzeugspiel von beeindruckender Präzision, das zwischen maschinengewehrartigen Blastbeats und subtilen rhythmischen Nuancen pendelt, während Necrobutcher das Fundament mit souveräner Bassarbeit verankert.

Der Opener ´Ephemeral Eternity´ markiert gleich zu Beginn einen gelungenen Spannungsaufbau, unterstützt von Garm (ULVER), dessen unheilvolle Chorpassagen der instrumentalen Brutalität eine zusätzliche Dimension verleihen.

Stücke wie ´Weep For Nothing´ oder ´The Sentence Of Absolution´ entfalten eine ritualhafte, fast sakrale Wucht, die den Hörer in einen Strudel aus kalter Energie und düsterer Erhabenheit zieht.

Auch in den moderateren Passagen bleibt das Album packend und zugänglich, ohne an Dichte oder Atmosphäre einzubüßen – eine ausgewogene Dynamik, die MAYHEM eindrucksvoll beherrschen.

´Liturgy Of Death´ verweilt nicht in nostalgischer Wiederholung, sondern demonstriert, dass MAYHEM nach all den Jahren noch immer die dunklen Räume kontrollieren, die sie selbst geschaffen haben.

Es ist ein Werk, das sowohl musikalische Tiefe als auch finstere Durchschlagskraft vereint und die unverkennbare Signatur der Band erneut eindrucksvoll hervorhebt.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/mayhemofficial


Pic: Agnes Koehler, Nima Taheri, Joyce Van Doorn. Editing by Daniele Valeriani

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