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SVINDEL – Drömfeber

2026 (Ripple Music) - Stil: Retro Rock

2022 gegründet, 2026 erschienenes Debüt, Schweden, Umea, Retrorock mit Blues, jazzigen Elementen, ab und an funkigen Gitarrenläufen und einer Prise Hardrock. Das ist handwerklich gut gemacht und klingt, obschon es an einem Wochenende live eingespielt wurde. „Ripple Music“ haben das Ganze als schicke Platte und CD für die breite Käufermasse bereitgestellt.

Das klingt ja alles sehr sehr schön, aber mit den ersten beiden Songs fängt das Album schon an, sich nicht an mir zu reiben. ´Jupiterbarn´ ist ein schöner Titel, die flippig funkigen, allerhöchstens leicht angezerrten Gitarren und die nette Hammondorgel ergeben mit dem melodischen Gesang auf Schwedisch ein gediegenes Stück nordischer Rockmusik. Eine gewisse skandinavische Melancholie schwingt in den Gesangsmelodien mit. Handwerk top, schöne ROLLING STONES-Riffs dazwischen. Aber die Mischung aus ROLLING STONES und NOVEMBER fühlt sich einfach geschliffen an. Ja, wer bislang in seinem Leben noch keinen schwedischen Hardrock aus den 70ern gehört hat und auch das erste Mal über eine dieser Retro-Kapellen stolpert, wird eventuell in diesem Song etwas finden. Für mich wäre die Suche nach dem ultimativen Riff oder nach der ultimativen Melodie spätestens am Ende dieses Stückes beendet.

Bei ´Pionjärer´ zerrt die Gitarre etwas mehr und der kantig packende Hardrockgroove kickt rein. Aber mehr als den oben gezogenen Vergleich kann ich hier auch nicht anbringen. Das Handwerk beherrschen die jungen Leute und wer weniger als 6000 Platten besitzt, viele davon mit Musik aus der originalen Ära, hat hier einen klassischen coolen Rocker in den Lauschern. Es folgt ´Katten´, ein flotter Rocker mit verspielten Gitarren. Und ja, ebenso cool für Leute, die nicht NOVEMBER (schwedische 70s Hardrocker) und WITCHCRAFT (seit den 2000ern) kennen und lieben.

Auch das Titelstück hat einen gut tanzbaren, coolen Rhythmus. Auch hier stimmt die Performance. Auch hier zwingt mich der Song jetzt nicht zum wilden Veitstanz. Das ist genau mein Problem mit dieser Platte. Weder das eigene Gesicht, noch das zwingende Songmaterial sind gegeben. Natürlich kann die Band was werden und natürlich würde ich sie mir in einer Bar in Umea oder Stockholm oder sonstwo angucken und ein wenig abfeiern. Aber muss ich mir eine weitere Platte daheim hinstellen?

Das ist so Musik für Leute, die alles haben wollen oder eben an einem Stil festgekrallt sind. Für Kult zu frisch, für den Retrotrend zu spät. Stilistisch gut, kompositorisch nicht zwingend.

6 Punkte, wegen des guten Handwerks.

https://www.facebook.com/svindel.band/


Cover-Artwork: „Drömfeber“
von Svindel (Pressebild / © 2026 Ripple Music).

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