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DEEP IMAGINATION – Come To My Pretty Little Garden

2026 (BSC Music/Prudence/Zebralution) Stil: Darkwave / Gothic / Ambient / Artrock

Mit ´Come To My Pretty Little Garden´ führt DEEP IMAGINATION die eigene Entwicklung konsequent weiter und schlägt zugleich eine deutlich dunklere, stärker emotional gefärbte Richtung ein. Seit der Gründung durch Thorsten Sudler-Mainz im Jahr 2005 hat sich das Projekt von rein instrumentalen Ambient-Arbeiten hin zu einem vielschichtigen Darkwave- und Artrock-Entwurf entfaltet, in dem Gesang, Struktur und Dramaturgie eine zentrale Rolle spielen. Dieses Album wirkt wie ein Scheitelpunkt dieser Entwicklung, geprägt von einer klaren Vision und einer über Jahre gewachsenen klanglichen Handschrift.

Die Aufnahmen bündeln Einflüsse aus dem neoklassischen Darkwave der Achtzigerjahre, Post Punk und atmosphärischen Artrock. Namen wie DEAD CAN DANCE oder PINK FLOYD stehen hörbar im Hintergrund, werden jedoch in eine eigene, geschlossene Klangsprache überführt. Thorsten Sudler-Mainz steuert mit sicherem Gespür Komposition, Gesang und Produktion bei, während Achim von Raesfeld an der Gitarre, Ann Kareen Mainz und Leon Mainz am Gesang sowie Arvid Mainz an der Posaune ihre Akzente setzen. Zudem zieht sich ein markantes Element durch das gesamte Album: das tief klingende Rag-Dun Bass-Horn, das vielen Stücken eine erdige, fast archaische Färbung gibt.

Der Opener ´The Story Of A Brave Heart´ ist ein getragenes Darkwave-Epos mit ruhigem Tempo. Warmer Gesang und klare Synth-Flächen geben dem Stück eine erzählerische Größe. ´Send Me All The Dreams´ setzt stärker auf eingängige Strukturen, kombiniert elektronische Sequenzen mit melancholischer Melodie und entwickelt sich zu einem fast hymnischen Track. ´Ad Portam Tenebrarum´ entfaltet sich wie ein sakrales Intermezzo mit lateinischer Sprachfärbung, das das Leben eines Römers im ersten Jahrhundert nachzeichnet, getragen von düsteren Klangflächen und chorartigen Passagen.

Mit ´Anywhere Out Of The World´ folgt eine Neuinterpretation des DEAD CAN DANCE-Klassikers, die den ursprünglichen Charakter in einen moderneren, elektronisch geprägten Kontext überführt. ´Ex Anima´ ist das nächste ruhige Intermezzo und präsentiert sich als fast liturgisches Stück mit getragenem Gesang und zurückhaltender Instrumentierung, während ´Keep Searching And Dreaming´ deutlich offener angelegt ist, mit schwebenden Gitarrenfiguren und einem sanften, leicht psychedelischen Verlauf, der im floydigen Darkwave aufblüht.

´Only For One Day´ konzentriert sich als letztes kurzes Zwischenspiel auf eine melancholische Balladenform, in der die Endlichkeit des Lebens beklagt wird, getragen von tiefen Bläserklängen und weichen Gesangsschichten. Den Abschluss bildet ´No Useless Illusions´, ein ausgedehnter Longtrack, der sich über mehr als vierzehn Minuten ausbreitet. Ein gleichmäßiger Percussion-Loop legt die Basis, darüber bauen sich nach und nach Bläser, Synthesizer und Gitarren auf, bis sich das Stück in seinen Wogen verliert.

´Come To My Pretty Little Garden´ präsentiert sich als stimmiges Album, in dem die Übergänge zwischen den Stimmungen fließend wirken und die klangliche Idee konsequent getragen wird. Elektronische und akustische Elemente verschmelzen miteinander, die Produktion schafft ein harmonisches Gesamtbild, während klassische Darkwave-Elemente auf moderne Klangwelten treffen und so die Atmosphäre intensiv und fesselnd gestalten.

(8,5 Punkte)

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