
Mit mächtiger Stimme und viel Rhythmus im Blut und AC/DC-Riffs startet der in Kanada geborene Gitarrist und Sänger mit dem rumpeligen Sechs-Minüter ´Hypnotist´ in sein zweites Album. Mutiger Beginn, da es sich um den wohl komplexesten Titel des Albums handelt. Die Gitarre brennt von Anfang an. Sein kehliger Gesang schürt den Verdacht auf dauerhaften Konsum von Hochprozentigem. In der Mitte gibt es STONES-Riffs und Piano. Das ist ein schwitziges Rock’n’Boogie-Feuerwerk. Das kurze ´Devil Doll´ kommt anschließend deutlich sanfter und getragener.
Garret, Mitte 20 Jahre alt, hat sein zweites Album nach dem Debüt ´Same Pain´ nach dem Billard-Café seines Großvaters genannt. Das straighte Rocker-Doppelpack ´Going To Toronto´ und ´It Won’t Get Done´ mündet dann in den relaxten, schönen Titel ´Small Town People´ mit feinem Gitarrensolo. ´High Beam Blues´ ist ein Slow Blues mit Pub Rock-Modulen. Garrets Stimme ist für sein Alter sensationell, sein Leben ist allerdings auch nicht auf dem einfachen Weg verlaufen. Wegen seines expressiven Gesangs geht der Blick auf sein offensives Gitarrenspiel hin und wieder verloren, was ein Fehler ist.
´Young Country Boy´ zitiert Blues-Größen der Vergangenheit, hat aber genug Selbstbewusstsein, um im Hier und Jetzt ein klares Statement abzugeben. ´Golden Highway´ geht in Richtung Country und klingt versöhnlicher und weniger wütend als viele andere Songs und irgendwie wie ein abgeklärter, 65-jähriger Blues Man. ´I’m Late´ beendet das Album so kraftvoll wie es begonnen hat.
Profi Tom Hambridge (Buddy Guy, KINGFISH, Susan Tedeschi) hat eine kraftvolle Produktion beigesteuert. Wer fokussierten Blues Rock ohne viel Firlefanz, aber trotzdem mit musikalischem Anspruch und hin und wieder auch mit leichten Hard Rock-Anleihen mag, liegt bei Garret auf jeden Fall richtig. Sehr starkes Album.
(8 Punkte)
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