
NEVERLAND TRAIN – Alive In Hell
2026 (El Puerto Records.) - Stil: Classic Hard Rock / Bombast Rock
NEVERLAND TRAIN sind ein neues Projekt von Jens Faber, der mit DAWN OF DESTINY seit 2007 Alben veröffentlicht hat. Dazu hat er Marco Pastorino (Vocals) und Patrick Klose (Drums), der u. a. bei IRON SAVIOR tätig war, im Studio hinzugezogen. Dass der 7,5 minütige Opener ´End Of The Night´ und vieles anschließend an Rock- Dinosaurier wie die verstorbenen MEAT LOAF und Jim Steinman erinnert, ist erwünscht, denn Jens setzt auf opulenten bombastischen Classic Rock und hat sich dabei bewusst an Jims Projekten orientiert. Das Album ist eine Art von Ehrerbietung im Sinne von Jim Steinmans Wirken. Allerdings mit eigenen Kompositionen.
Ein voller Sound, in diesem Falle dick, aber nicht zu dick aufgetragen. Bei ´Not Alone´ wird es noch symphonischer, aber auch etwas kompakter. Und mit viel Chören und voller Instrumentierung. Die Ballade ´Still Alive´ ist etwas kräftiger vom Rhythmus, geht aber vokaltechnisch in die gleiche Richtung wie die zwei vorherigen Titel. Eine sehr “kalorienreiche”, musikalische Darbietung. ´Somewhere In This Universe´ kommt anfangs etwas knackiger und härter. Geht aber schnell wieder in die gewohnten Bahnen. ´Learn To Live´ ist etwas zentrierter und ein guter Ohrwurm. ´Pride´ orientiert sich am Rock’n’Roll MEAT LOAF’scher Prägung. ´In Heaven Now´ sorgt mit sparsamer Instrumentierung für mehr Abwechslung.

´Tonight Is What It Means To Be Young´ ist dann doch zum Schluss eine Coverversion von FIRE INC. (vom Film ´Streets Of Fire´, den ich gar im Kino sah und von Jim Steinman komponiert). Der Song überrascht dann als elfter Song mit weiblichem Gesang von Jeanette Scherff (DAWN OF DESTINY) und Aeva Maurelle (u.a. ex-AEVERIUM und Gastsängerin bei KAMELOT). Eine typische Steinman-Komposition.
Mir ist es teilweise zu opulent und bombastisch, das ging mir aber auch bei Jim Steinman schon so. Zu viel musikalischer Zuckerguss schlägt auf meinen musikalischen Magen. Aber es gibt immer wieder Inseln, wo etwas sparsamer instrumentiert und gesungen wird. Abgesehen davon ist das aber alles technisch gekonnt eingespielt und gesungen. Beim Songwriting hätte meiner Meinung nach noch etwas mehr Variabilität sein können, besonders die Gesangslinien sind doch oft sehr ähnlich arrangiert. Wer es bombastisch mag und Jim Steinman unter seinen Lieblingskomponisten und -produzenten hat, liegt hier aber absolut richtig.
(7,25 Punkte)
(VÖ: 27.03.2026)



