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BLACK SWAN – Paralyzed

2026 (Frontiers) - Stil: Hard Rock / Metal

Zum dritten Mal nach ´Shake The World´ 2020 und ´Generation Mind´ 2022 haben die verdienten Altrecken Robin McAuley (McAuley Schenker Group), Reb Beach (WINGER, WHITESNAKE), Jeff Pilson (FOREIGNER, ex-DOKKEN) und Matt Starr (Ace Frehley, MR. BIG) ihre Zusammenarbeit in ein Album gegossen. Die zwei Vorgängeralben waren überraschend frisch und absolut kein “Alt-Herren-Metal”, so dass ich freudig ans Besprechungswerk gegangen bin. 

Doppelgitarren, ein mächtiger Beat, starke Riffs und kraftvoller Gesang. ´Cold Wind Blow´ ist ein gelungener Opener. Die Band klingt sehr inspiriert und sehr fokussiert. McAuley hat immer noch sehr viel Power. Mit Doppelgitarren wird auch der Stampfer ´Death Of Me´ eingeleitet. Allerdings ist der Song auch etwas überschau- und durchschaubar aufgebaut. Irgendwo zwischen MSG und ALCATRAZZ.

Auch bei einigen weiteren Songs fehlt ein wenig das Feuer, auch wenn sie einwandfrei eingespielt sind. ´If I Was A King´ bringt mit dem Eröffnungsriff dann Spannung mit. Der Song ist auch zupackender, wenn auch etwas zu lang. Aber mit gekonntem Gitarrensolo ausgestattet. ´Shake Down´ ist deutlich eingängiger. Die Verbindung aus Jeff Pilson und Matt Starr kreiert eine gewaltige Rhythmus-Maschine. Reb Beach schüttelt die Riffs und Soli nur so aus dem Ärmel. Trotzdem fehlt ab und zu für mich etwas der letzte Kick. Den gibt es dann bei ´The Fire And The Flame´, wo das Songwriting sehr überzeugen kann.

Das dann eine Halbballade folgt, finde ich wirklich dramaturgisch sehr gelungen, denn es war für mich etwas zu viel High-End-Rock spürbar. Ständig gasgebend. ´I’m Ready´ ist auch sehr gelungen und man fühlt sich im positiven Sinne in die 80er-Jahre zurückgesetzt. Der Song hat Airplay Potenzial.

Der Titelsong bringt anschließend wieder schwere Pfunde in die metallische Waage ein. ´Carry On´ setzt noch einen obendrauf und ist bleischwer, hat aber auch gute Hooks. Das kraftvolle ´What The Future Holds´ zum Schluss kann noch einmal auf einem etwas differenzierteren Sound aufbauen und Rob McAuley singt sich endgültig die Seele aus dem Leib.

Technisch und musikalisch einwandfrei, fehlt mir beim Songwriting die eine oder andere Überraschung. Außerdem spielt die Band immer auf höchstem Energieniveau, das ist grundsätzlich natürlich super, aber kostet mich irgendwann doch ein paar Nerven. Da wären ein paar mehr Zwischentöne passend gewesen. Die glasklare Produktion von Jeff Pilson sorgt für noch mehr Power. Aber das soll alles keine substantielle Kritik sein. McAuley singt ständig um sein Leben, Rob Beach lässt die Gitarre brennen. Insgesamt ein Qualitätsprodukt, wie man es von diesen Musikern erwarten durfte – in etwa auf dem Niveau der beiden starken Vorgänger.

(7,75 Punkte)

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