
LEATHERHEAD – Violent Horror Stories
2026 (No Remorse Records) - Stil: Heavy Metal
Wenn ein Album ´Violent Horror Stories´ heißt, dann darf man erwarten, dass es nicht lange fackelt. LEATHERHEAD machen genau das. Kein Vorspann, kein Zögern, kein ironisches Augenzwinkern. Das zweite Album der griechischen Speed Metal-Formation schlägt sofort zu und zieht den Hörer in eine Welt aus rasiermesserscharfen Riffs und düsterer Horrorästhetik, tief verwurzelt im klassischen Heavy Metal der späten Achtziger.
Der Opener ´V.H.S.´ ist ein Speed-Kracher alter Schule, schnell, aggressiv und mit klarem US Power Metal-Fundament. Die Gitarren jagen in hoher Drehzahl, das Schlagzeug peitscht kompromisslos nach vorn, während Tolis Mekras mit einer metallisch schneidenden Stimme sofort die Richtung vorgibt. Hier wird Tradition noch gelebt.
´Summoning The Dead´ nimmt minimal das Tempo heraus und setzt stärker auf schwere Riffs und hymnische Spannungsbögen. Die Nähe zum klassischen US Metal ist unüberhörbar. Mit ´The Visitors´ ziehen LEATHERHEAD das Tempo wieder an. Ein galoppierender Metal-Song mit messerscharfen Gitarrenfiguren und klar strukturierten Strophen. Der Refrain sitzt fest im Ohr, getragen von einer Melodik, die an große Achtziger-Hymnen erinnert.
Mit ´Children Of The Beast´ folgt eine episch angelegte Nummer, die balladesk beginnt und sich langsam zu einem schweren, dunklen Metal-Epos aufschwingt. Der Song lebt von Kontrasten und zeigt eindrucksvoll, dass LEATHERHEAD mehr beherrschen als Hochgeschwindigkeit. ´Incubus´ reißt anschließend alles wieder auf. Ein kompromissloser Speed Metal-Angriff, schnell und technisch sauber gespielt, mit Gesang in schwindelerregenden Höhen.
´Crimson Eyes´ präsentiert sich als klassischer Heavy Metal-Song, hymnisch und bewusst eingängig gehalten. Der Refrain besitzt Stadion-Qualität, kurz blitzt ein Hauch von Achtziger-Glamour auf. ´Something Evil (This Way Comes)´ verbindet erneut Geschwindigkeit mit bedrohlicher Atmosphäre und fügt sich nahtlos in das Horror-Konzept des Albums ein. Den Abschluss bildet ´Dreamcatcher´, ein technisch anspruchsvoller Speed Metal-Song mit verschachtelten Strukturen und leicht progressivem Einschlag.
´Violent Horror Stories´ ist ein starkes zweites Album. Die Produktion ist klar und druckvoll, das Artwork von Mario Lopez fängt die düstere Grundstimmung perfekt ein, und die Band präsentiert sich geschlossen und fokussiert. LEATHERHEAD liefern modernes Heavy- und Speed Metal-Handwerk. Wer klassischen Metal liebt und ihn kraftvoll und ernsthaft interpretiert hören will, kommt an diesem Album kaum vorbei.
(8,25 Punkte)
https://www.facebook.com/LeatherHeadofficial
(VÖ: 13.02.2026)


