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EXISTANCE – Wildfire

2026 (Verycords Record Label) – Stil: Heavy Metal

Mit `Wildfire` liefern die talentierten Franzosen ihr fünftes Album ab und führen den Weg des 2021 veröffentlichten `Wolf Attack` fort. Sprich man geht gezielt den Weg des traditionellen Heavy Metal mit viel kommerziellen Ambitionen, baut gerade Letzteres weiter aus. Das kann man mit einem lachenden und auch weinenden Auge sehen. Leider findet sich auf diesem Album Nichts, aber auch gar Nichts was an `Steel Alive` von 2014 erinnert, wo die Band zielgerichtet messerscharfen True Metal lieferte. Teils mit gewaltigen Hymnen und einem echten “True Metal Spirit”. `Wildfire` setzt auf eine gewisse Eingängigkeit, massenkompatible Riffs und prinzipell auf gut gemachten Heavy Metal. Die Stücke sind gut, wirken nicht aufgesetzt, haben Potential, keine Frage. Aber es geht dafür aus meiner bescheidenen Sicht auch etwas Eigenwilligkeit verloren.

Mit Julian Izard (Sohn des verstorbenen H-BOMB-Sängers Didier Izard) hat man einen stimmgewaltigen, beeindruckenden Sänger, der die Stücke sauber abrundet und ihnen ein gewisses Charisma gibt. Nach einigen Durchgängen wird daber auch klar, dass trotz der schönen Riffs die Stücke auch eine leichte Banalität aufweisen, die der Band nicht würdig ist. Titeltrack und Opener `Wildfire` ist ein guter Einstieg, hält viele Parallelen zum Vorgänger parat. Eine schöne runde Metalnummer, die recht mainstreamig aufgebaut ist und die typischen mehrstimmigen EXISTANCE-Refrains bereithält. Die fünf Songs der A-Seite (hier wird die LP besprochen) ähneln sich mehr oder weniger, wobei das heavy `Riding Fast` das Highlight darstellt. Die Produktion wirkt für mich etwas zu warm und harmonisch, hier hätte etwas mehr Biss den Stücken mehr Wirkung gebracht. Gerade im Bereich der Gitarren hätte es aus meiner Sicht mehr Power gebraucht. Dennoch sind die fünf Nummern gut gemachter Heavy Metal mit einem Cheesy-Effekt, den man sich immer reinziehen kann.

Dieser “Cheesy-Effekt” kommt auf Seite zwei noch etwas mehr zur Geldtung, wobei man diesen Bergiff nicht als “negativ” behaftet werten sollte. Allerdings hält die B-Seite auch den schnellsten und besten Song des Albums bereit: `Brighter Days`. Ein paar mehr Nummern dieser Kategorie hätte dem Album gut getan.

Richtig ausgerichtete “True Metal Maniacs” werden die Scheibe als eher kommerziell abtun, während der Durchschnittshörer sich sicher von den satten Melodien und Refrains einfangen lässt. Kurzum, ein solides Metal Album, das man nutzen kann, um seine Stimmung zu heben. Ich fühle mich gut unterhalten, auch wenn vieles “cheesy” aus den Boxen hüpft.

(dicke 7 Punkte)

https://www.facebook.com/existanceband/?locale=de_DE

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