
NICK OLIVERI – N.O. Hits At All Vol. 10
2026 (Heavy Psych Sounds) – Stil: Punk Rock/Heavy Metal/Stoner Rock/Garage Rock
Mit ´N.O. Hits At All Vol. 10´ legt Nick Oliveri ein Jubiläum vor, das weniger als klassische Werkschau funktioniert, sondern vielmehr als kuratierter Querschnitt durch ein kollaboratives Rockverständnis.
Die Idee ist dabei so schlicht wie konsequent: Oliveri stellt Songs zusammen, bei denen er als Gastsänger oder Bassist beteiligt war – Aufnahmen, die teils bereits kursierten, teils bislang unveröffentlicht blieben. Dass diese Sammlung dennoch wie ein geschlossenes Album wirkt, liegt an seiner unverkennbaren Handschrift.

Oliveris musikalische Sozialisation zwischen KYUSS und QUEENS OF THE STONE AGE bleibt hörbar: der druckvolle Bass, die leicht übersteuerte Aggressivität und eine Stimme, die selten sauber, aber immer durchsetzungsfähig ist.
Auch in wechselnden Kontexten – ob bei MONDO GENERATOR, THE DWARVES oder diversen Kollaborationen – bleibt diese Präsenz konstant. Gerade das macht den Reiz dieser Compilation aus: Sie zeigt nicht Vielfalt im Sinne stilistischer Brüche, sondern Variation innerhalb eines klar umrissenen ästhetischen Kosmos.
Die elf Songs wirken wie Momentaufnahmen aus unterschiedlichen Phasen und Projekten, zusammengehalten durch eine gewisse Unmittelbarkeit. Vieles klingt bewusst unpoliert, teilweise fast skizzenhaft, doch genau darin liegt die Qualität.
Oliveri interessiert sich hörbar nicht für Perfektion, sondern für Energie und Haltung. Seine Beiträge fungieren weniger als Veredelung fremder Songs, sondern eher als Katalysator – sie schieben die Stücke nach vorne, geben ihnen Kante.
Stilistisch bewegt sich das Material dabei vor allem zwischen rohem Punk Rock, druckvollem Hardrock und den typischen Desert bzw. Stoner Rock-Texturen, die man aus seinem früheren Umfeld kennt. Dazu kommen vereinzelte Garage Rock- und Metal-Einflüsse, die den Songs zusätzliche Rauheit verleihen, ohne den insgesamt stringenten Charakter der Compilation aufzubrechen.
Dass sich darunter auch Beiträge mit Szenegrößen und Weggefährten finden, unterstreicht den Netzwerkcharakter seiner Karriere, ohne in Namedropping zu kippen. Stattdessen entsteht das Bild eines Musikers, der über Jahrzehnte hinweg in unterschiedlichsten Konstellationen gearbeitet hat und dabei stets erkennbar geblieben ist.
´N.O. Hits At All Vol. 10´ ist damit kein zugänglicher Einstieg, wohl aber eine überzeugende Verdichtung eines eigenwilligen Oeuvres. Wer sich auf diese Rohheit einlässt, bekommt eine ebenso kohärente wie lebendige Sammlung.
(8 Punkte)
https://www.facebook.com/rexeverything666
Pic: Purple Sage/Heavy Psych Sounds



