
TRITOP – Tritop 120
2025 (Independent/Just For Kicks Music) - Stil: Prog Rock/Metal
Mit ´Tritop 120´ meldet sich die italienische Progressive Rock-Band TRITOP eindrucksvoll zurück und erweitert den Horizont ihres 2023 veröffentlichten Debüts ´Rise Of Kassandra´. Auf ihrem zweiten Album verbinden Ivo Di Traglia, Pierfrancesco Di Pofi, Francesco Caponera, Jacopo Tuzi und Mattia Fagiolo klassischen Symphonic Prog der 70er Jahre mit modernen, metallischen Einflüssen. Schon die erste Minute des einführenden ´Rebuild Nothing´ eröffnet mit der klassischen Gitarre von Iacopo Di Traglia und subtil eingewobenen Naturgeräuschen eine introspektive Welt.
´Master Of Drama´ entfaltet sich dann sogleich über dreizehn Minuten zu einer hymnischen Symphonie, in der Mattia Fagiolos klare, expressive Vocals den theatralischen Bogen zwischen 70s-artiger Eleganz und modernen Prog Metal-Elementen schlagen – und TRITOP sich von Anfang bis zum Ende musikalisch bisweilen von RITUAL bis zu DREAM THEATER verorten lassen. Die Band navigiert mühelos durch dynamische Tempowechsel, während Francesco Caponera auf der Gitarre und Pierfrancesco Di Pofi an den Vintage-Synthesizern mit virtuosen Soli die orchestrale Fülle des Arrangements ausloten.
In ´Wanderlust´ beginnt die Reise mit einem gefühlvollen Piano-Intro, das sich allmählich in eine metallische Ausdrucksweise verwandelt. Pierfrancesco Di Pofi verwebt Mellotron- und Synth-Motive zu einem Klangteppich, die Gitarre von Francesco Caponera lebt zwischen melodischem Ausdruck und explosiven Soli, während Mattia Fagiolos Gesang emotionale Tiefe erzeugt.
Den finalen Höhepunkt des Albums bildet die monumentale 23-minütige Suite ´Asymmetrical Reflections Of A Restless Heart´, in der TRITOP ihre ganze orchestrale und technische Bandbreite entfalten. Eine Kirchenorgel eröffnet die Suite, bevor Gitarre und Keyboards die Eckpunkte setzen und die Stimme von Mattia Fagiolo die Führung übernimmt. Im Mittelteil steigert sich das Stück zu symphonischem Heavy Prog, unterstützt von virtuosen Soli auf Gitarre und Synthesizer. Der Einsatz eines Frauenchores – Roberta Campoli, Annalaura Talpa und Eleonora Belfiore – verstärkt die dramatische Wirkung.
Analoge Synthesizer und Vintage-Equipment sichern den klassischen Prog-Sound, während die Band die Dynamik des modernen Heavy Metal integriert, sozusagen von GENESIS, EMERSON, LAKE & PALMER und YES bis in die Moderne. So gelingt der Band mit ´Tritop 120´ ein Album, das klassische Symphonic-Prog-Elemente, modern-symphonische Metal-Einflüsse und persönliche Ausdruckskraft zu einem organischen Ganzen verbindet. TRITOP beweisen eindrucksvoll, dass sie nicht nur die Prog-Tradition ehren, sondern ihr zugleich eine moderne, eigenständige Stimme verleihen.
(8,5 Punkte)
https://tritop120.bandcamp.com/album/tritop-120



