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HASA – Streik

2026 (36music/Broken Silence) - Stil: Spacepop auf Schwäbisch

Mit ´Streik´ lassen HASA um Heiner Reiff aus Wurmlingen die Schwäbische Galaxie explodieren. Spacepop, wie ihn niemand je in Mundart gehört hat, schießt aus den Boxen, als hätten PINK FLOYD, STEELY DAN und FRANK ZAPPA in der Hamburger Schule gemeinsam eine Achterbahn durch die 70er gebaut und dann noch eine Portion Jazz, Blues, Funk und Reggae draufgeschüttet.

Caro Saia und Ellen Reinhardt wirbeln die Vocals wie galaktische Tornados durch die Songs, während Heiner Reiff die Gitarre rüttelnd und zupfend führt, dass die Saiten brennen, Ralf Schuon die Keyboards zum Fliegen bringt und Daniel Jakobi die Drums so massakriert, dass der Boden unter den Füßen vibriert. Ellen Reinhardt ergänzt das Ganze mit Space Toys, die klingen, als hätte jemand die Planeten in eine Waschmaschine gesteckt.

Der Titelsong donnert los wie ein Raketenstart im Stau, drückend, schleppend, dazu die absurden Trillerpfeifen und Sprechchöre. ´Ewig on drei Dag´ rollt wie ein Roadmovie durch endlose West-Coast-Landschaften. ´Stay Blues´ taucht dich in bluesige Balladen, die melancholisch zupfen und einen Hauch bittersüßer Schönheit über den Raum verteilen.

Bei ´Karussell´ sausen die Pedal-Steels wie Wildpferde über die Schienen. ´Nomml a Dag´ ist eine Morgendämmerungsballade, in der man fast die Sonne aufgehen hört, ´Soifablos´ lässt die Folk-Gitarre kichern und Vocals wirbeln wie Seifenblasen in der Luft.

In ´A Mensch´ stoßen intime Monologe auf cleveren Humor. ´Mond in den Wolken´ ist eine Mini-Operette aus Groove, Schwabenwitz und Astralrhythmen, und ´Schätz mol des war’s´ bläst wie ein episches Finale, als würden Astronauten und Showgirls gemeinsam über Las Vegas fliegen, während ein Spacepop-Orchester die Bühne zerlegt.

Die Aufnahmen selbst sind ein Universum aus Sound-Detailwahn. Jedes Instrument, jeder Effekt, jeder Lachkrampf wurde mit High-End-Equipment eingefangen, ohne die rohe Energie der Band zu verlieren.

´Streik´ ist Humor, Wahnsinn, Virtuosität und Lyrik frontal. HASA zeigen, dass Spacepop auf Schwäbisch knallt, singt, fliegt, tanzt und lacht. Ein wilder Ritt, bei dem sich die Balken biegen und man sofort die Raketenanzüge anlegen möchte. Ein brüllendes und schillerndes Erlebnis.

Erbsen zum Kichern, ´Streik´ zum Hören.

https://www.facebook.com/HASA.BAND/

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