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SOUND OF SMOKE – Mirage

2026 (Tonzonen Records) - Stil: Rock, Psychedelic Rock, Hard Rock, Blues Rock

Zehn Jahre nach den ersten Sessions in Freiburg bündeln SOUND OF SMOKE auf ´Mirage´ ihre Entwicklung zu einem eigenständigen Psychedelic-Soulrock-Entwurf. Was 2016 als Jam begann und auf ´Eleutheromania´ noch stark im Hard Rock verankert war, hat sich über ´Tales´ und ´Phases´ zu einem eigenständigen Bandsound entwickelt, der Blues, Krautrock, Stoner und analoge Synthesizer zusammenführt. Die zuletzt ruhigere Phase nutzte die Band gezielt für neues Material, das nun geschlossener und natürlicher wirkt.

Aufgenommen wurde erneut im Berliner “Big Snuff Studio” mit Tonmeister Richard Behrens. Analoge Technik und ein eingespieltes Team sorgen dementsprechend für einen warmen, leicht rauen Klang. Die Gitarren dürfen sich entfalten, die Synthesizer setzen gezielte Akzente, und auch ungewöhnliche Ideen fügen sich stimmig ein. Johannes Braunstein spielt präzise, Florian Kiefer übernimmt stellenweise fast eine zweite Gitarrenrolle und Jens Stöver ergänzt den Sound durch akustische Zwölfsaiter und Slide-Gitarre. Im Zentrum steht Isabelle Bapté, deren Stimme zwischen Soul, Klarheit und kraftvollen Höhen wechselt, gelegentlich ergänzt durch Flöteneinsätze.

´Dancing Like Smoke´ eröffnet mit akustischer Zwölfsaiter und entwickelt sich zu einer ruhig fließenden Komposition, die sich über ein längeres Gitarrensolo öffnet. ´Röntgenstrahlen´ setzt auf einen markanten Basslauf, WahWah-Gitarre und deutsche Lyrics, die dem Song eine eigene Note geben. ´Endless Night´ baut auf flirrenden Synthesizern auf, steigert sich langsam und erhält durch rückwärts gespielte Gitarren eine leicht entrückte Färbung.

´Fata Morgana´ bringt einen raueren Ton ins Spiel, mit druckvollen Gitarren und einem Wechsel aus ruhigen und intensiveren Passagen, die das Thema einer zerbrechlichen Beziehung tragen. ´New Direction´ überrascht mit Surf- und Western-Anklängen, hellen Gitarren und einem federnden Rhythmus. ´Wicked Games´ orientiert sich stärker am Bluesrock, mit klaren Riffs und direktem Aufbau.

´Lush´ verbindet Soul und Funk zu einem geschmeidigen Groove und greift gesellschaftliche Spannungen auf. ´San Junipero´ mischt klassische Rockelemente mit Synthesizerflächen und nimmt Bezug auf moderne Popkultur. ´Zweierlei´ schließt das Album mit wachsender Intensität ab, bevor eine versteckte Passage den Ausklang erweitert.

´Mirage´ wirkt wie ein konzentrierter Blick auf das, was SOUND OF SMOKE über Jahre entwickelt haben. Die Band bleibt stilistisch offen, hält ihren eigenen Klang jederzeit präsent und zeigt eine klare Reife im Songwriting wie auch in der Umsetzung. Am Ende bleibt der Eindruck einer Band, die ihren Sound gefunden hat und ihn mit spürbarer Sicherheit weiter ausformt, ohne an Neugier oder Eigenständigkeit einzubüßen.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/soundofsmoke


(VÖ: 27.03.2026)

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