
LAMB OF GOD – Into Oblivion
2026 (Century Media) – Stil: Metalcore/Groove Metal/Thrash Metal
Mit ´Into Oblivion´ liefern LAMB OF GOD einmal mehr einen Beleg dafür, dass sie zu den beständigsten Kräften der amerikanischen Metal-Szene gehören. Über 25 Jahre nach ihren Anfängen als BURN THE PRIEST zeigt das Quintett aus Virginia, dass es weder an Aggression noch an Kreativität eingebüßt hat.
Schon der Titeltrack eröffnet mit einer giftigen Mischung aus brodelnder Spannung, galoppierenden Riffs und dem ungebrochenen Growl von Randy Blythe, der selbst nach Jahrzehnten seine Stimme kraftvoll und aggressiv einsetzt.

Die Band bleibt ihrem groove-orientierten Kern treu, experimentiert dabei aber mit überraschend nuancierten Momenten. In ´El Vacío´ tritt Blythe in saubereren, fast croonenden Gesangspassagen hervor, während die Gitarren von Mark Morton und Willie Adler eine fast schon hypnotische, düstere Atmosphäre weben.
Demgegenüber stehen Stücke wie ´Parasocial Christ´ oder ´Blunt Force Blues´, in denen die Galopp-Riffs, Tremolo-Passagen und energiegeladenen Drums von Art Cruz sowie die Bassarbeit von John Campbell zeigen, wie perfekt jedes Mitglied sein Instrument beherrscht.
Besonders ´Sepsis´ verbindet rhythmische Sludge-Elemente mit beinahe gesprochener Poesie und führt so durch eine abwechslungsreiche Klanglandschaft voller Dynamik und Emotionalität.
Neben der unverkennbaren Härte demonstriert ´Into Oblivion´ auch feine, musikalische Details. ´St. Catherine’s Wheel´ etwa wechselt geschickt zwischen zurückhaltenden und ausladenden Passagen, während die Basslinien subtil in die Arrangements eingeflochten sind.
Die Band versteht es nach wie vor, Geschwindigkeit, Groove und melodische Spannungen auszugleichen, ohne dass die Songs an Durchschlagskraft verlieren.
Allerdings wirkt das Album trotz aller Virtuosität in puncto Innovation etwas vorsichtig; es bestätigt eher den soliden Kurs der letzten Veröffentlichungen, ohne die Richtung radikal neu zu definieren.
Ein kleiner Schönheitsfehler ergibt sich zudem durch die Namensgleichheit: Auch VENOM werden Anfang Mai ein Album mit dem Titel ´Into Oblivion´ veröffentlichen, was für gewisse Verwirrung sorgen könnte.
Insgesamt ist ´Into Oblivion´ ein rundum hörenswertes Werk: technisch versiert, emotional intensiv und voller energiegeladener Riffs. Wer auf kompromisslosen Groove-Metal steht, wird hier bestens bedient, auch wenn das Album am Ende eher solide Leistung als völlige Neudefinition des Genres bietet.
(7,5 Punkte)
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Pic: Travis Shinn



