
“No matter what age I am, I have retained the Rock`n`Roll warrior spirit I began with….”- dem kann man grundsätzlich zustimmen. SUZI QUATRO, inzwischen 76 Jahre alt, ist für viele der alten Rocker der Inbegriff der tighten, toughen und hitliefernden Rock`n`Roll Entertainerin, der man danken muss, dass sie die Vorreiterrolle emanzipierter Hard Rock-Damen übernahm und das männerdominierte Business gut aufgemischt hat.
Wir haben 2026 und die 76-jährige schiebt tatsächlich noch ein weiteres Studioalbum auf das Parkett und liefert dazu das Eröffnungsstatement zu diesem Review. Von der wilden, hart rockenden Amazone bis zur Balladen-lieferenden Chartmusikern hat sie alles hinter sich. Sie muss nichts mehr beweisen. Wer sie in den letzten Jahren mal live gesehen hat, weiss, dass das ihre große Stärke ist. Auch wenn vieles nicht mehr ganz so feurig, spritzig, energisch klingt, ihre Hits sind dennoch unkaputtbar.
Ob sich auf dem neuen Album, das neunzehnte, ein zukünftiger Hit befindet, wird die Zeit zeigen. `Freedom` hat die Dame mit ihrem Sohn zusammengeschrieben und produziert. Die dreizehn Tracks liefern erdigen Hard Rock, dem Alter der Dame entsprechend. Dass man kein `48 Crash` oder `Devil Gate Drive` mehr erwarten kann, sollte auch dem Letzten klar sein. QUATRO setzt auf Mid-Tempo, satte Grooves, klassische Hard Rock-Argumente und gut abgehangene Riffs, die den älteren, junggebliebenen Rocker ansprechen.
Dass sich innovatives hier finden lässt, bleibt ausgeschlossen. Wie erwähnt, grundsolides Hard Rock-Entertainment mit den erwartbaren Refrains, klassischen Gitarrenläufen sowie netten Rhythmen. Der ein oder andere Ohrwurm ergibt sich da von selbst, aufgrund der erwähnten Parameter. Mit dem zuvor schon ausgekoppelten Titeltrack als Single zeigt man ganz gut, was auf dem Album generell geboten wird.
Einer meiner Favoriten ist das etwas dreckige, treibende `Little Miss Lovely` oder auch das groovig-simple `Hanging Over Me`, dem ein Langzeiterfolg zu zutrauen ist. Auch sehr gefällig `Can`t Let It Go` mit stilsicherer Slide Gitarre. Bei einigen der Nummern hat man nicht selten das Gefühl, es könnte sich um eine Coverversion handeln, so auffällig sind ganze Teile dieser Stücke. Zu nennen wäre `Take It Or Leave It` oder `Choose Yourself`, wobei der zweitgenannte Song ein für mich klassischer Ohrwurm ist. Sehr gefällig.
`Kick Out The Jam`, tausendfach gecovert, so auch hier, allerdings mit Unterstützung von ALICE COOPER. Ungewöhnlich dann eher der Bonustrack der regulären Albumversion: `It All Comes Down To You`. Sehr, sehr neuzeitlich mit Null Gitarren, sondern aus meiner Sicht ausschliesslich elektronischen Taktgebern. Eine Dancefloor-Nummer für die Tanzfläche. Nee, sorry, da bin ich raus. Das braucht man nicht.
Kurzum, ein neues SUZI QUATRO-Album bietet gewohnte Qualität in Sachen klassischem Hard Rock mit wenig Innovationen, einigen netten, nachhaltigen Stücken und empfiehlt sich daher eher dem gealterten SQ-Fan.
(7 Punkte)



