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BRIAN LANDRUS – Just When You Think You Know

2026 (BlueLand/Palmeto Records) - Stil: Jazz

Brian Landrus präsentiert mit ´Just When You Think You Know´ ein Album, das seine Virtuosität und Vielseitigkeit eindrucksvoll demonstriert. Der Multiinstrumentalist spielt Baritonsaxophon, Tenorsaxophon, Bass- und Kontra-Altklarinette sowie Flöte, Alt- und Bassflöte und wird von Zaccai Curtis am Klavier und Rhodes, Dave Stryker an Akustik- und E-Gitarre, Lonnie Plaxico am Akustik- und E-Bass sowie Rudy Royston am Schlagzeug begleitet. Das Ergebnis ist Jazz, der direkt greifbar, aber auch unvorhersehbar wirkt.

Der Auftakt ´All In Time´ beginnt ruhig, beinahe balladesk, bevor sich das Quintett zu einem warmen Swing steigert. Ein perfekter Start. In ´Continuance´ wechselt Landrus in eine lockere Bossa-Nova-Stimmung. Das Stück wirkt entspannt und melancholisch, wie ein Spaziergang durch eine stille Stadt bei Sonnenuntergang. ´Untold Story´ überrascht hingegen mit einem sinnlichen R&B-Groove. Der Song erzeugt ein kleines, kraftvolles Drama.

´One Year´ entwickelt den Swing weiter, diesmal mit druckvollem Hard-Bop-Schwung. Die Musik wirkt fast hypnotisch, die Spannung steigt kontinuierlich, ohne erzwungen zu wirken. ´Dear Fred´ ist ein emotionaler Höhepunkt. Die tiefe Klarinette eröffnet sparsam, die Harmonien entfalten sich langsam. Die Komposition wird zu einem gefühlvollen Tribut an Freundschaft und Verlust. ´Averse´ spielt hernach mit vertrackten Rhythmen und Funk-Anklängen.

´El Perro Sigma´ wirkt im Vergleich leichter, mit flinken Flötenlinien. ´Beyond´ und ´Trance´ zeigen eine cineastische Seite. ´Beyond´ entfaltet epische Harmonien, während ´Trance´ repetitive Motive ausbreitet, die sich langsam steigern. ´From The Night´ ist dunkel und dramatisch. Der Song wirkt wie ein nächtlicher Monolog voller Emotionen.

Der Titeltrack ´Just When You Think You Know´ spielt mit Überraschungen. Brian Landrus wechselt die Instrumente. Der Song ist außerdem lyrisch und kraftvoll zugleich, ein Spiegelbild des Albumtitels. ´Under Dark´, ´Something Special´ und ´Paroxysm´ schließen das Album ab. ´Under Dark´ baut düstere, intensive Passagen auf, ´Something Special´ strahlt warm und harmonisch, wohingegegen ´Paroxysm´ ein virtuos gespieltes Finale liefert.

´Just When You Think You Know´ zeigt Brian Landrus in Hochform. Virtuosität, orchestrale Raffinesse und emotionale Tiefe verschmelzen zu einem durchdachten Album. Jeder Song erzählt dabei eine eigene Geschichte. ´Just When You Think You Know´ ist moderner Jazz in seiner fesselnden Form.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/brianlandrusmusic


(VÖ: 20.03.2026)

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