
SOLSTICE – Clann: The Stables Gathering
2026 (Independent/Just For Kicks Music) - Stil: Melodic/Folk/Progressive Rock
Mit ´Clann: The Stables Gathering´ dokumentieren SOLSTICE den Moment, in dem sich ihre gegenwärtige Hochphase klar abzeichnet. Nach dem Studioalbum ´Clann´, das Anfang 2025 international für Aufmerksamkeit sorgte, zog die Band mit neuem Selbstbewusstsein durch Clubs und Festivals. Das ausverkaufte Konzert am 30. August 2025 im “The Stables” in Milton Keynes wurde zum Heimspiel im besten Sinne.
Die reguläre Besetzung um Gitarrist Andy Glass, Sängerin Jess Holland, Geigerin Jenny Newman, Schlagzeuger Pete Hemsley, Bassist Robin Phillips und Keyboarder Steven McDaniel wurde an diesem Abend um fünf weitere Musiker erweitert. Theo Travis bereichert mehrere Stücke mit Sopransaxophon und Flöte, dazu kommt die Bläsergruppe GLASS BRASS, während Ebony Buckle und Dyane Crutcher den Vokalbereich vertiefen. Diese elfköpfige Formation verleiht dem Material eine orchestrale Weite, die über den klassischen Progressive Rock hinausweist.
Das Konzert eröffnet mit ´Twin Peaks´, einem rund vierzehnminütigen Prog-Epos, das sich langsam aus einem schimmernden Gitarrenmotiv entwickelt. Andy Glass legt weit gespannte Akkorde und Theo Travis setzt mit hellem Sopransaxophon Akzente, die an cineastische Soundtracks erinnern. In der Mitte bricht das Stück in eine ruhigere Passage auf, bevor es sich wieder steigert und in ein hymnisches Finale mündet.
´Shout´ folgt kompakter und direkter. Der Refrain ist klar auf Mitsingen angelegt, die Bläser von GLASS BRASS setzen kräftige Stöße, die dem Song zusätzlichen Nachdruck verleihen. ´Life´ wird von einer akustischen Gitarre getragen, die sich allmählich mit Geige und Keyboards verbindet. Jess Holland singt warm und eindringlich über Zusammenhalt und Familie, bis das Stück in einen kraftvollen Refrain übergeht.
Mit ´Earthsong´ kehrt die Band zu ihrem Debüt ´Silent Dance´ von 1984 zurück. In dieser Version übernimmt Ebony Buckle den Leadgesang und gibt dem Klassiker eine neue Färbung. Die Geige von Jenny Newman zeichnet dazu noch schöne Melodiebögen. ´Firefly´ zündet als treibender Rock-Song, mit wirbelnden Synthesizerläufen und energischem Gesang, der sofort das Publikum erfasst.
´Plunk´ bringt eine andere Farbe ins Spiel. Das Riff wirkt funky und leicht verschoben, die Bläser treiben das Stück mit scharfen Einsätzen nach vorn. Hier zeigt sich die Lust an rhythmischer Raffinesse, ohne dass der Song seine Eingängigkeit verliert. ´Wongle No. 9´ setzt stärker auf instrumentale Passagen, mit verschachtelten Gitarrenfiguren und lebhaftem Zusammenspiel zwischen Keyboard und Geige.
In ´Mount Ephraim´ wird das orchestrale Potenzial der erweiterten Besetzung voll ausgespielt. Theo Travis steuert lange Flötenlinien bei, während Andy Glass ein ausladendes Gitarrensolo entfaltet. Das Stück wächst stetig, bis es in einem euphorischen Höhepunkt gipfelt. ´Cheyenne´ schlägt die Brücke wieder zurück ins Jahr 1984. Die Ballade erzählt von Verlust und historischem Unrecht, getragen von einem ruhigen Gitarrenmotiv und eindringlichem Gesang.
´A New Day´ bringt optimistischen Schwung ins Set, ein melodischer Rock-Song mit klarer Hookline und lebhaftem Schlagzeugspiel. Exklusiv im Konzertfilm erscheint ´Sacred Run´, ein hymnisches Stück über Hoffnung und Frieden, das mit gemeinsamem Gesang aller Beteiligten einen starken Schlusspunkt setzt.
´Clann: The Stables Gathering´ erscheint als Doppel-Vinyl in 180g „Blood Orange“, auf CD und als Download. Allen physischen Ausgaben liegt ein QR-Code bei, der den vollständigen Konzertfilm zugänglich macht. So wird dieser Abend nicht nur akustisch, sondern auch visuell bewahrt. SOLSTICE präsentieren sich hier als gewachsene Band, die ihre vierzigjährige Geschichte selbstbewusst weiterführt und den Progressive Rock mit Energie, Spielfreude und großem musikalischem Können in die Gegenwart trägt.
(8,5 Punkte)
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