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ZERRE – Rotting On A Golden Throne

2026 (Dying Victims) - Stil: Thrash / Crossover

Die Band ZERRE aus Würzburg, gegründet im Jahr 2012 rund um Drummer, Gitarrist und Produzent Dominik Bertelt, begann ihre musikalische Laufbahn im Hardcore Punk, bevor sie sich allmählich dem Thrash Metal/Crossover zuwandte. Ja, und dem Stil ist die Band sehr treu geblieben. Denn nach dem etwas zu langen klassischen Intro geht es bei Album Nr. 4 mehr als stürmisch los. Gitarre links, Gitarre rechts, Doublebass. Astreiner Thrash mit heiseren Vocals. ´Pigs Will Be Pigs´ klingt ein wenig nach NUCLEAR ASSAULT und anderen verdienten Genregrößen. ´Deception Of The Weak´ weicht nicht weit von diesem klassischen Thrash-Weg ab. Die Vocals sind hier noch ein wenig extremer, die Geschwindigkeit etwas gebremster. Die klare Produktion unterstützt die brutale Spielweise sehr effektiv.

Gerade als ich mich nach den beiden Sturmböen nach etwas Abwechslung sehne, beginnt das über 7-minütige ´Mental Vaccation´ mit sanften Tönen. Aber nicht lange, dann kommt das ´Fight Fire With Fire´ Gedächtnis-Riff und es wird wieder sehr heftig. Allerdings wird genug Abwechslung geboten, dass der Song aufgrund der Songlänge nicht zu langweilig wird. Also – auch anspruchsvollere Songwriting-Qualitäten sind erkennbar. ´Concrete Hell´ leitet mit typischen Hardcore-Crossover-Riffs den nächsten Nackenbrecher ein.

´Rotting On A Golden Throne´, der Titelsong, weicht vom gewählten Weg nicht ab und bietet viel Geschwindigkeit, heiseres Gebrülle und maskuline Schrei-Chöre beim Refrain. Die beiden verschiedenen Geschwindigkeitsstufen sorgen für die notwendige Abwechslung. Und im Mittelteil eingespeiste Breaks. Keine Atempause auch danach. ´Killing Taste´ setzt zunächst mehr auf bleierne Schwere als auf Geschwindigkeit. Aber nur zunächst, dann geht es schon wieder auf die linke Überhol-Spur. ´No Alibi´ drückt noch einmal das Gaspedal durch und erschlägt die Hörerin und den Hörer mit schweren Metallbrocken. Schon ganz schön anstrengend.

Das ist das volle Brett. Und alle konservativen Thrash-Fans sind hier richtig. Dank der guten Produktion und der notwendigen Ideen ist dieses Album das richtige Aufputschmittel nach dem ausklingenden Winterschlaf. Allerdings sollte nicht allzu viel Variabilität erwartet werden. Das haben sich die Würzburger aber auch sicher nicht zum Ziel gesetzt. Wo einige alte Thrash-Veteranen so langsam etwas in die Jahre kommen und sich permanent wiederholen (und vielleicht auf dem goldenen Thron verrotten, auch wenn das ZERRE mit dem Coverbild sicher nicht so meinen), klingen ZERRE doch ziemlich frisch und angriffslustig. Aber auch sehr tief in der Vergangenheit verwurzelt.

(7,75 Punkte)

https://www.facebook.com/zerre.thrash


(VÖ: 27.03.2026)

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