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PATRIARCHS IN BLACK – Completely Covered In Black

2026 (NoLifeTilMetal Records) - Stil: Rock / Stoner Rock

Dan Lorenzo (HADES, NON-FICTION) und Johnny Kelly (TYPE O NEGATIVE) haben es schon wieder getan. Das insgesamt sehr gelungene ´Home´ ist gefühlt noch nicht vor allzu langer Zeit erschienen und schon steht mit ´Completely Covered In Black´ das nächste Album an. Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern begnügen sie sich nicht damit, beliebte Module der harten Musik immer und immer wiederzugeben, sondern setzen auch auf Neues, Innovation und auch mal auf Risiko. Nicht jedes Experiment bzw. jeder Song funktioniert dann auch, wie ´Home´ bewiesen hat. Aber vieles funktionierte auch und macht ihre Musik spannend. Dieses Mal ist der Ansatz jedoch ein komplett anderer. Denn es stehen Coverversionen im Vordergrund. Es gab 2024 schon einen Vorgeschmack mit einer auf wenige Exemplare limitierten Cover-EP namens ´Covered In Black´.

´Supertzar´, im Original von BLACK SABBATH, startet mit harten Riffs und opulenten operettenhaften, hippiesken Chor-Gesängen. Das ist von der Songauswahl, aber auch von der Umsetzung ein sehr interessanter, origineller Beginn. War es aber auch schon als Original auf ´Sabotage´. Mit Mark Sunshine (UNIDA), Karl Agell (ex-CORROSION OF CONFORMITY), Kyle Thomas (EXHORDER), Rob Dukes (EXODUS) und Bobby Jensen (HAIRBALL, das ist eine bekannte Tribute Rock Band aus den USA) sind wieder starke Gastsänger verpflichtet worden, meist von sehr harten Formationen. Unter den 14 Songs finden sich drei Bonussongs (darunter zwei Eigenkompositionen), auf zwei Medien verteilt.

´Strange Ways´ von KISS zeigt Dans Ehrerbietung für Ace Frehley. Und er spaced an der Gitarre im Solo total aus. Im Übrigen einer von drei KISS-Coverversionen, denn mit dem trocken heruntergespielten und gesungenen Altgassenhauer ´Hotter Than Hell´ und ´Almost Human´ (von ´Love Gun´) im Doom-Gewand gibt es noch zwei Zugaben. ´Destroyer´ von TWISTED SISTER (natürlich vom rauen Debüt ´Under The Blade´) wird doppelt so schwer wie das Original eingespielt. Mit hervorragenden Vocals von Kyle Thomas. Ich muss konstatieren, dass die Vocals auf dem ganzen Album stark sind und zum künstlerischen Erfolg eine Menge beitragen. Man hört den großen Spaß, den die Gastsänger haben. ´Destroyer´ war auch schon auf der oben genannten EP 2024 enthalten.

LED ZEPPELIN gibt es zweimal (plus Bonus). Schon 2023 wurde ´Friends´ erfolgreich gecovert. Hier trifft es den ´Immigrant Song´, der zum psychedelischen Albtraum wird. Bei ´The Ocean´ (zu Ehren von Jimmy Page an seinem Geburtstag veröffentlicht) gebührt gesanglich Mark Sunshine der “Robert Plant-Gedächtnispreis”. Originelle Version. MOTÖRHEADs absoluter Klassiker ´The Chase Is Better Than The Catch´ bleibt bis auf den Gesang sehr nah am Original (auch das Gitarrensolo). Erst gegen Ende wird es etwas freier. ´Snowblind´, BLACK SABBATH-Klassiker, ist natürlich ein dankbares Objekt für die beiden Doom-Fanatiker und erfährt auch keine größeren Veränderungen. Die zwei originellsten Versionen sind sicher ´Dragon Attack´ (QUEEN) und ´Games Without Frontiers´ (Peter Gabriel). Wobei Ersteres sich, wenn man das Original kennt, schon sehr anbietet. Überraschender ist doch Peters Kritik an “Spiel ohne Grenzen” (hat das außer mir noch irgendjemand damals im TV gesehen? Oder sind alle schon im Altersheim oder tot?). Brutal originelle Version. Was wohl Peter Gabriel dazu sagen würde? Der Gesang von Bobby Jensen wird da polarisieren. Ich konnte mit dem dritten Album von Peter, obwohl ich es bei Veröffentlichung kaufte, damals nicht so richtig viel anfangen. Außer mit ´Games….´ (war schon originell) und ´Biko´. Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz.

Eher schade ist es, dass es jeweils Bonustracks auf Vinyl (die an BLACK SABBATH erinnernde Eigenkomposition ´Show Them Your Power´) bzw. zwei auf CD (LED ZEPs ´Kashmir´ und das eigene, schön dunkle ´Dead And Dying´) gibt. ´Kashmir´ glänzt über neun Minuten. Auch wenn der Gesang hier eher nach Bono denn nach Robert Plant klingt. Klar, an perfekten Songs kann man wenig drehen. Wurde allerdings schon auf dem Debüt ´Reach For The Scars´ der PATRIARCHS IN BLACK präsentiert.

Coveralben zu bewerten ist immer schwer. Aber hier fällt es mir leicht. Sehr, sehr starke Leistung. Macht von vorne bis hinten Spaß, auch wenn fast durchwegs altbekannte Klassiker ausgewählt wurden. Und nicht jede Version frei von Diskussionen bleiben wird. Aber das ist (siehe oben) das “Salz in der Suppe” der beiden aufrechten Schwarzgekleideten.

(8,5 Punkte)

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