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LORDS OF SALEM – Supersonic Vampire Pussy

2026 (Echozone) - Stil: Industrial Rock

Mit ´Supersonic Vampire Pussy´ legen LORDS OF SALEM ihr Debüt vor. Die Band aus dem Stuttgarter Raum präsentiert neun Stücke, die Horror-Ästhetik, Industrial Rock und metallische Schärfe zusammenführen. Der Weg dorthin war von internen Spannungen und strukturellen Brüchen begleitet, was dem Werk eine spürbare Entschlossenheit verleiht. Hier spielt eine Formation, die sich behaupten wollte und genau daraus ihre Energie bezieht.

Produziert, gemischt und gemastert wurde das Album von Max Bögelein. Die Gitarren greifen in der Produktion scharf, die Rhythmussektion arbeitet präzise, die Synthesizer setzen gezielte Akzente, ohne die Songs zu überfrachten. Postel führt dabei als Sänger mit markanter, leicht heiserer Stimme durch das Geschehen.

Der Opener ´The Hills Have Eyes´ beginnt mit schweren, schleppenden Riffs und maschinellen Drums, die sofort eine düstere Szenerie entwerfen. Postel steigert sich von einer halb gesprochenen Beschwörung zu aggressiveren Auswüchsen, während Holly an der Gitarre eine wiederkehrende Melodie etabliert, die sich festsetzt. ´Miss Demoness´ folgt mit höherem Tempo und deutlicherem Groove. Der Refrain zeigt sich melodisch, bleibt jedoch rau genug, um die dunkle Grundstimmung zu bewahren. Hier zeigt sich die Nähe zu Bands wie EISBRECHER oder DEATHSTARS.

Mit ´Blood Orgy´ wagt die Band einen aggressiveren Einstieg, der in einer überraschend eingängigen Passage mündet, in der Postel klarer singt und ein fast hymnisches Motiv einführt. ´German Zombie Attack´ prescht jedoch sogleich kompromisslos voran. Ein schneller, metallischer Rock-Song mit druckvollem Schlagzeug und kurzen deutschen Textzeilen. Der Titeltrack ´Supersonic Vampire Pussy´ steigert das Tempo noch einmal. Ein High-Speed-Rocker mit treibendem Beat und eingängigem Refrain, der sofort im Ohr bleibt.

´Eternal Love´ bildet den ruhigen Gegenpol. Eine kurze, balladeske Nummer mit reduziertem Arrangement, getragen von Piano und zurückhaltenden Synthesizern. ´Summoned Them From Their Graves´ knüpft wieder an die härtere Gangart an. Ein Midtempo-Rock-Song mit markantem Riff und eingängigem Refrain, der sich schnell festsetzt. ´1000 Ways To Die´ kombiniert sodann stampfenden Industrial-Groove mit prägnanten Keyboard-Hooks. Der Song lebt von rhythmischer Präzision und einem Refrain, der auf Mitsingmomente zielt. Den Abschluss bildet ´Carnivore´. Ein zunächst unheimlich wirkendes Intro führt in ein kraftvolles Finale, das in seiner Summe stilistisch an ROB ZOMBIE, DANZIG, WEDNESDAY 13 oder MURDERDOLLS erinnert.

´Supersonic Vampire Pussy´ ist ein Debüt, das seine Einflüsse offen vor sich herträgt und zugleich eine eigene Handschrift entwickelt. LORDS OF SALEM verbinden Horror-Motive mit industrieller Härte und klassischem Rock-Appeal. Das Album wirkt durchdacht und selbstbewusst vorgetragen. Wer dunklen Industrial Rock mit Groove und klaren Refrains sucht, findet hier einen guten Einstand einer Band, die ihren Platz erst noch erobern will.

(7,5 Punkte)

https://www.facebook.com/lordsofsalemmusic


(VÖ: 06.03.2026)

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