
ZEPTER stürzen sich mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum wie mit Lederarmband und Nieten in die Welt des traditionellen Heavy Metal und liefern ein Statement, das nach Schweiß, Stahl und alten Festivals riecht. Lukas Götzenberger führt die Band aus Linz mit klarer Vision, d. h. authentische NWoBHM-Energie gepaart mit melodischem Schwertschlag und twin-guitar-Harmonien, die direkt aus den späten 70ern stammen könnten, treffen auf das Tempo früher Speed Metal-Exzesse.
´Slasher On The Highway´ eröffnet wie ein Achtziger-Horrorfilm, ein kurzer Synth-Schock, dann schlägt die Gitarre zu, die Drums galoppieren punkig, kraftvoll und kontrolliert, während Lukas Götzenberger seine Stimme hoch und klar über die Riffs zieht. Mit ´Everlasting´ begeben sich die Gitarren in hymnische Höhen, die Basslinien von Tobias Hochwagen treiben die Gallop-Passagen voran und lassen jede Strophe wie eine Stadionhymne wirken, während die Stop-and-Start-Breaks der Achtziger authentische NWoBHM-Vibes liefern.
´The Slayer´ zersplittert in rasende Akkorde, schnelle Tempi wechseln sich mit schweren, dunklen Passagen ab, die twin-guitar-Arbeit bleibt hypnotisch verschränkt, und Alex Nemeth am Schlagzeug setzt punktgenau ein. ´Hit The Streets´ rollt dagegen wie ein neonbeleuchteter Martial-Arts-Streifen durch die Boxen.

Mit ´The Exterminator´ entfalten die jungen Österreicher ihr melodisches Arsenal voll aus, Sabbath-artige Linien treffen auf harmonische Zwillingsgitarren, die Soli klingen nach klassischer Komposition statt nach Gitarrenhelden. ´Dark Angels´ verlangsamt das Tempo, Mid-Tempo-Riffs und ein traditionelles Solo liefern Horror-Punk-Flair.
Die Wiederentdeckung von SCREEMSs ´Lonely Night´ setzt ein Ausrufezeichen der Authentizität. ZEPTER transportieren die rohe Energie der Achtziger in die Gegenwart, behalten das treibende Grundtempo und fügen feine Gitarrendetails ein, die den Track als echten Klassiker neu beleben. Mit ´The Lords´ endet das Album in einem wahren Speed-Rausch, präzise Twin-Gitarren und Thrash-Anklänge lassen keinen Kopf stillstehen, während die Band ihre melodische Handschrift bewahrt.
ZEPTER verschmelzen alte NWoBHM-Traditionen mit jugendlicher Energie. Das Debüt lebt vom klassischen Heavy Metal, hymnischen Gitarrenlinien und kontrollierter Power, öffnet sich für kleine Experimente, bleibt dabei aber fest in der Metal-Historie verankert. Wer auf Leder, Nieten und ehrliche Metal-Attitüde steht, bekommt ein Debüt, das traditionell zuschlägt und mitreißt, auch wenn die wirklich bahnbrechende Originalität noch ein wenig auf sich warten lässt.
(7,5 Punkte)
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(VÖ: 20.02.2026)



