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NECKO – Necko II

2026 (Bad Reputation) – Stil: Rock/Hard/Classic Rock

Das aus Sydney stammende Trio NECKO liefert auf seiner neuen Veröffentlichung einen eleganten, ausgeklügelten Stil aus diversen Genres, vorrangig aber dem klassischen Rock/Hard Rock. Dabei verläuft alles sehr melodisch und schon nach dem ersten Durchgang fällt einem CROWN LANDS aus Kanada als Referenz ein. Die Kanadier sind nicht in jedem Song präsent, aber Parallelen zu deren Stil liegen sicher bei 75 Prozent.

Der klassische, verbohrte True Metal-Fan wird hier ebenso die Nase hochziehen wie musikalisch limitierte Rock Fans. NECKO zielen ziemlich genau auf die Zielgruppe der CROWN LANDS-/GRETA VAN FLEET-Fraktion ab. Musik ist Unterhaltung und keine Religion ist die Devise.

Und so liefert man elf faszinierende Kompositionen, die sich aus elementaren Einflüssen der beiden genannten Bands speisen, zudem wunderbare Melodien mit einbeziehen und schlicht Songs liefern, die einen geradezu einsaugen und eine brutale Nachhaltigkeit erzeugen. Die Intensität einiger Songs, geprägt von diesen gewaltigen Melodiebögen, anderseits von groovigen Riffs und einer leicht psychedelischen Schlagseite, krallen sich so unverschämt ins Gehör, dass die Scheibe in Dauerrotation läuft.

Mit dem Seventies groovigen Opener `You`ve Got What I Want` liefert man schon einen Ohrwurm, jedoch steht dieser Track nicht stellenvertretend für das restliche Material, gerade weil der Groove hier dominiert. Allerdings fällt hier schon der hohe, aber sehr angenehme Gesang auf, der sich im weiteren Verlauf des Albums als absoluter Pluspunkt erweist. Schon mit dem zweiten Track `Hymn Of The Broken` zeigt sich, dass die stilistische Breite des NECKO-Sounds immens ist. Eine Übernummer mit einem Rhythmus- und einer Melodieführung, die an CROWN LANDS zu `White Buffalo` Zeiten erinnert. Magisch. Ein Ohrwurm auf Basis eines unkonventionellen Songwritings. Dagegen wirkt das folgende `Sinner` mit deutlich rockiger Schlagseite fast schon banal. Erinnert mich in Teilen an die weniger schnellen Nummern von THE CASANOVAS aus Perth zu Mitte der 2000er. Mit `Animal` liefert man sicher den „härtesten“ Song des Albums. Auch eher schlicht gehalten für NECKO-Verhältnisse, erinnert er an eine fett rockende frühe WOLFMOTHER-Nummer.

Kein Track ähnelt dem anderen und dennoch wirkt das Ganze nicht zerfahren, sondern konsequent in Summe, eher ergänzend zueinander. Eine melancholische Nummer wie `Beggar On A Throne Of Gold` könnte auch aus dem Repertoire früher CROWN LANDS-Alben stammen. `Wicked Woman` pumpt einen satten Groove in die Atmosphäre, liefert dazu aber in Teilen Frühsiebziger Gitarreneinlagen sowie jede Menge Rhythmuswechsel. Dazu dieser hohe druckvolle Gesang, der die Tracks formvollendet abrundet und keine Zweifel aufkommen lässt, dass das mit einer rockigen Stimme besser klingen würde. Würde es nicht. Die erdigen, vielseitigen Kompositionen sind absolut fokussiert auf Effizienz und hoher Nachhaltigkeit. Von einem enormen Wiedererkennungswert ganz zu schweigen.

Ich muss sagen, ich habe mich mit jedem Durchgang mehr in dieses Album verliebt. Das ist in den letzten Monaten eigentlich gar nicht mehr vorgekommen. Aber dieses unscheinbare Scheibchen aus Sydney hat mir wieder etwas Glauben zurückgegeben, dass es noch Musiker bzw. Bands gibt, die Musik als was Positives, was Berührendes sehen und das beeindruckend umsetzen können. Musik für Gourmets.

(9 Punkte)

https://www.facebook.com/neckoband/

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