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BENEFACTOR DECEASE – Abnormal Attachments

2025 (Xtreem Music) - Stil: Technical Thrash Metal

Mit ´Abnormal Attachments´ melden sich BENEFACTOR DECEASE aus Athen nach zehn Jahren zurück und liefern ein technisches Thrash Metal-Werk, das in Aggression, Tempo und Präzision beeindruckt. Das Quintett um Panagiotis „Cut’Throat“ Toufexidis, Zissis „Coroner“ sowie die Neuzugänge Kostas „Sarcastic“, Dimitris „Deathlike Silencer“ und Joni „Moas“ zeigt auf dem zweiten Full-Length-Album eine bandinterne Evolution, die das klassische Old-School-Thrash-Feeling mit modernen, progressiven Strukturen verknüpft.

´Sadistic Satisfactions´ eröffnet das Album zunächst fast untypisch atmosphärisch, akustische Gitarren flirren über vereinzelte Riffs, bevor der Song abrupt abbricht und die Bühne für den darauffolgenden Sturm bereitet. Mit ´Archbishops Of Death´ fährt die Band die volle Aggression auf, die Riffs rasen, die Vocals schreiend, fast keifend, während kurze melodische Gitarrensoli die gnadenlose Härte kontrastieren. In ´Imprisonment Atrocities´ entfaltet sich die musikalische Virtuosität des Ensembles, verbindet sich zu einem fast cineastischen Soundgeflecht, unterbrochen von einem fast neoklassischen Lead-Gitarrenmoment, das den technischen Anspruch unterstreicht.

Die Mittelsequenz des Albums mit ´Acid Stalker´, ´Technophobic Syndrome´ und dem Titelsong ´Abnormal Attachments´ lässt die Geschwindigkeit kaum sinken. Hier treffen infernalisches Riffing, abrupt wechselnde Taktarten und Prog Metal-Elemente aufeinander. ´Acid Stalker´ bringt ein böses Old-School-Szenario zum Vorschein, während ´Technophobic Syndrome´ mit robotischen Vocals und blitzschnellen Soli eine futuristische Bedrohung heraufbeschwört. Das titelgebende ´Abnormal Attachments´ verwebt alles zu einem aggressiven, technischen Thrash-Epos, das zwischen old-schooliger Härte und modernen Bruchstücken balanciert.

´Urban Decay´ zeigt BENEFACTOR DECEASE von ihrer direktesten Seite, mit treibenden Riffs, giftigen Vocals und einem melodischen Lead-Part, der die rohe Gewalt teilweise öffnet. ´Gospel Of The Antichrist´ verschiebt die Grenze hin zu experimentelleren Sounds. Die abschließenden Tracks ´Violent Reprisal´ und ´African Leishmaniasis´ bündeln noch einmal alle Stärken des Albums, mit halsbrecherischem Tempo, technischem Können und einem progressiven Ansatz, der die Komplexität der Band auf den Punkt bringt.

Die Produktion wirkt bewusst rau, sie unterstreicht die Authentizität und Brutalität der Musik, lässt die Gitarren scharf und die Vocals bedrohlich hervortreten. ´Abnormal Attachments´ zeigt eine Band, die aus den eigenen Erfahrungen, technischer Meisterschaft und alter Thrash-Schule schöpft, um ein modernes, kraftvolles Statement abzuliefern.

Spätestens dieses Album bescheinigt BENEFACTOR DECEASE die musikalische Reife, denn es ist ein technisch versiertes, aggressives, temporeiches Werk, das sowohl Thrash-Puristen als auch Fans progressiver Eskalationen gleichermaßen begeistern kann. Die Griechen haben nach Jahren der Stille ein Album geschaffen, das sie umgehend wieder in die internationale Tech-Thrash-Szene zurückträgt.

(8 Punkte)

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