
ANDREAS DIEHLMANN BAND – ADB Album Classics (Box Set)
2017-2019/2026 (MMS) - Stil: Blues Rock
Die ANDREAS DIEHLMANN BAND hat mit ´That Old Blues Again´ 2024 ein solides Werk vorgelegt, jetzt gibt es die ersten drei Alben von 2017, 2018 und 2019 als CD-Boxset neu aufgelegt.
Nummer eins, das Debüt ´ADB´ beginnt mit ´Way Down South´ und klassischer Akustikgitarre, bevor Andreas mit seiner Stimme einsetzt. Andreas hat sich vollkommen dem Blues verschrieben, was natürlich grundsätzlich kein Fehler ist. Er versucht dabei möglichst authentisch zu klingen, als wäre er selbst aus dem Blues Delta stammend. ´Oh Well´ vom legendären Peter Green geschrieben und mit seiner Band FLEETWOOD MAC eingespielt, ist da schon ein anderes Kaliber. Die Version von Andreas ist okay, etwas härter, aber da sehr nah am Original gehalten, auch eher unnötig. Mit ´Come On Get It´ wird dann eher dem Blues Rock à la ZZ TOP gehuldigt. Und gitarrentechnisch ist er schon gut, der Andreas. Beim Gesang gibt es jedoch immer wieder Abstriche, weil die Abwechslung etwas fehlt. Dann folgt der Slow Blues ´Hard Times´. Später ein weiterer mit ´Gone´. Das ist alles gut anhörbar, aber nicht besonders aufregend. Klassiker wie ´Rock Me Baby´, unter anderem von B.B. King und Muddy Waters aufgenommen, werden unter die Eigenkompositionen gemischt, wie ´Gonna Raise Hell´, das wieder an die drei bärtigen Texaner anknüpft. Volker Zeller am Bass und Schlagzeuger Tom Bonn sorgen im Übrigen auf allen drei Alben für ein sehr solides Rhythmus-Fundament. Zwei Bonustracks.
Das zweite Album ´Your Blues Ain’t Mine´ ist nicht besonders abweichend zum Erstwerk. Es beginnt mit ´Come On Into My Kitchen´ wieder sehr traditionell mit viel Slide-Gitarre, bevor der Titelsong wieder mehr Rock einbringt. Die etwas zu lange geratene Ballade ´I Don’t Wanna Lose You´ schließt an. Da zeigen sich gerade bei den ruhigen Stücken schon wieder gewisse gesangliche Restriktionen. ´I Don’t Know´ bringt Funk-Einflüsse mit und erinnert ein wenig an Johnny „Guitar“ Watson. Auch Boogie-Stücke gibt es und eine überlange Instrumental-Version von Jimi Hendrix’ Jahrhundertsong ´Little Wing´. Da haben sich schon viele versucht – und auch besser. ´Going Home´ hat noch Südstaaten-Flair. Und einen Bonus-Song gibt es oben drauf.
Auch das dritte Album ´Point Of No Return´ hat eine ähnliche Mischung und startet mit dem härteren Shuffle ´You Are My Woman´. Der Titelsong bringt Hard Rock-Elemente mit – und ist ein Höhepunkt. ´Don’t Go´ ist wieder ein klassischer Slow Blues. ´Long Forgotten Nightmare´ könnte abermals aus der ZZ TOP-Sammlung stammen. ´Sweet Mama´ ist noch stärker an die Texaner angelehnt. ´Nothing But The Blues´ ist nah am Southern Rock. Mit ´I’m A King Bee´ gibt es wieder einen Klassiker. ´Deadman Walking´ gefällt mir, da mit einem leichten, bluesigen AC/ DC-Riff versehen, besser. Ein Bonus-Song.
Andreas Diehlmann ist ein sehr begabter Gitarrist. Das wird jederzeit deutlich. Als Sänger ist er ganz okay, solange er nicht zu “kehlig” singen will. Das passiert vor allem bei den langsamen und traditionellen Nummern immer wieder. Da wäre ein Gastsänger vielleicht eine Alternative. Die beiden Begleiter am Rhythmus spielen fehlerlos. Insgesamt sind die Alben von der Songmischung alle drei sehr ähnlich aufgebaut, man hat schon das Gefühl, dass für jedes Genre etwas ausgesucht wird. Dadurch ist die Musik oft vorhersehbar. Was beim Blues jetzt auch nicht wirklich überrascht. Ich will aber auch nicht zu viel kritteln, denn insgesamt liefert man eine musikalisch saubere Leistung.
(7 Punkte)
(´ADB´: 7,25 Punkte / ´Your Blues Ain’t Mine´ & ´Point Of No Return´ jeweils 7 Punkte)



