
DANNY BRYANT – Nothing Left Behind
2026 (Jazzhaus) - Stil: Blues Rock / Rock
Danny Bryant, britischer Gitarrist Jahrgang 1980, kam schon früh zum Gitarrenspiel und wurde mit 18 Jahren Profi. Er tourte mit seinem Vater am Bass und veröffentlichte 2004 – unter DANNY BRYANT’S REDEYEBAND – das erste Album ´Covering Their Tracks´. Später unterzeichnete er einen Vertrag beim deutschen Jazzhaus Label. Dann verkürzte er den Bandnamen auf seinen Namen. Anfang 2024 kämpfte Bryant mit schweren gesundheitlichen Problemen, konnte diese jedoch überwinden. Das neue Album dient ihm dazu, sein Leben neu auszurichten und die negativen Erfahrungen zu verarbeiten.
´Tougher Now´ ist ein dynamischer Opener, der Danny gleich viel Raum für seinen Gesang und sein Gitarrenspiel gibt. Jamie Pipe darf an der Orgel glänzen. Danny hat einen sehr schönen Gitarrensound und kann auch virtuos und trotzdem auf den Punkt spielen. Danny versucht aber immer den traditionellen Blues Rock durch andere musikalische Elemente in einen größeren, moderneren Kontext zu stellen. Das gelingt ihm hier gleich sehr gut. ´Not Like The Others´ hat einen starken Rock-Kontext und auch einen hohen Wiedererkennungswert. Sanfter wird es bei ´Enemy Inside´, wo Dan zeigt, dass er auch große Gefühle erstklassig vermitteln kann. Hier geht es um die Überwindung seiner Alkoholabhängigkeit und anderer innerer Feinde. Mit dem harten ´Swagger´ werden die Hörerin / der Hörer wieder in rockigere Gefilde mit Blick auf die Südstaaten der USA gezogen mit feiner Wah-wah-Gitarre. Es gibt starke, prägnante Soli in dem Song.

´Redemption´, von seinem kongenialen Gitarren-Partner Marc Raner, der auch produziert hat, geschrieben, setzt auf die auch sehr starke Stimme von Danny und klingt wie ein 70er-Jahre Rock-Klassiker. Mit ´Nothing Man´ gibt es ein Springsteen-Cover. Für mich einer der wenigen schwächeren Song des Albums. ´Lover Like You´ orientiert sich Riff-technisch an Klassikern wie LED ZEPPELIN. ´Just For You´ ist ein längerer Laid-Back-Blues. Auch ´Heatwave Heartbreak´ zum Schluss taucht tief in den emotionalen Blues ein.
Dannys Album ´The Rage To Survive´ hatte ich 2021 besprochen. Da waren viele Bläser mit Big-Band-Sound enthalten, was das Album aus meiner Sicht etwas “verwässerte” und mir fehlte etwas die eigene Note. ´Nothing Left Behind´ ist dagegen instrumental auf das Wesentliche beschränkt und dadurch deutlich pointierter und prägnanter. Ein Album eines begabten Künstlers, das an klassischen Spielarten orientiert ist, aber irgendwie auch ein wenig modern klingt, ohne den großen Weg des Blues Rock zu verlassen. Starke Leistung.
(8 Punkte)
https://www.facebook.com/dannybryantband
(VÖ: 23.01.2026)



