
Beim Opener ´Lightspeed Nights´ muss ich schon genau hinhören. Da klauen die Bostoner Heavy Rocker schamlos beim Intro von ´Angel Of Death´ meiner Lieblings-Band THIN LIZZY. Erst dachte ich, hier würde eine Coverversion eingespielt. Nun Darren Wharton sollte Tantiemen verlangen. Allerdings gilt das nur für das Intro. Der Song klingt dann eher wie 70er-Jahre Space Rock als wie THIN LIZZY zu ´Renegade´-Zeiten. Sänger Jim hat eine interessante Stimme, die an Shouter der 70er-Jahre erinnert. Die beiden Gitarristen Noah und CC (Chris Corry, ex-MAGIC CIRCLE) machen viel “gitarristischen Wind”. Die Keyboards von Renato erinnern an HAWKWIND und andere Space und Hard Rocker. ´Lightspeed Nights´ kann mich schon sehr fesseln, durch seinen dynamischen Rhythmus, vorangetrieben von Cecilia am Bass und Trommler Connor.
Eine weitere Band, die konsequent auf Rockmusik setzt, die von Aufbruch und Kreativität geprägt war. Dieser Aufbruch ist allerdings natürlich schon gut 50 Jahre her. ´Shadow Rising´ blubbert kurz zu Beginn, ist dann aber ein weiterer Space Rock-Titel mit viel Kraft, die aus den tiefen Gitarren-Riffs und der gewaltigen Stimme von Jim herrührt. Der Titel ist in der Mitte auch sehr virtuos. Die Vorab-Single ´Take Me Home´, über sieben Minuten lang, hat dann einen etwas ruhigeren Ansatz. Wird getragen von gemeinsamen Riffs und Melodien der Gitarren und Keyboards. Und wieder von der Stimme, die zwischen BIRTH CONTROL und Hard Rock-Shouter pendelt. Eine große Variationsbreite hat der Gesang nicht, gefällt aber trotzdem über das ganze Album hinweg und klingt teilweise wie eine Brutalo-Version von Phil Mogg, als dieser noch mit den frühen UFO im Weltraum verweilte. Ein Song, der auf jeden Fall sofort haften bleibt und wie ein Vulkan vor dem Explodieren ist und fesselt.

´Into The Gleam´ ist ein BLACK SABBATH-Space Rocker mit gewaltigen Riffs, feinen “Schweine-Orgel-Attacken” in Richtung URIAH HEEP und viel PS. ´The Last Horses Of Avalon´ baut wieder auf den Gitarren und massiven Orgel-Attacken auf und kann ein paar einprägsame Melodien anbieten. Klingt wie eine Mischung aus HAWKWIND und DEEP PURPLE mit BLACK SABBATH-Riffs. ´City Living´ sorgt für ein bisschen urbanes Chaos in der Großstadt und tanzt sieben Minuten auf dem gleichen Riff durch die City. Und – auch nach Meinung der Band – taucht immer wieder ein schwerer Bass nach al gusto Pete Way auf. Das hört man im doppelten Sinne gerne. ´Fire In You Fire In Me´ klingt zu Beginn ein wenig unfertig wie ein Demo und dieses Mal darf die Orgel an THE DOORS erinnern.
Das Ausborgen des THIN LIZZY-Keyboard-Themas ganz zu Beginn sei ihnen verziehen (na ja, man klaut konsequent nur bei den Besten), diese Band entfacht ein gewaltiges, spaciges Feuerwerk und erinnert an die unvergesslichen 70er-Jahre. Sehr zu empfehlen. Sehr heavy und sehr intensiv und konsequent. Das Vinyl gibt es eine Woche später, noch rechtzeitig für Heavy-Christmas.
(8,5 Punkte)
(VÖ: 12.12.2025)



