
KENNY WAYNE SHEPHERD – Ledbetter Heights (30th Anniversary)
2026 (RAM) - Stil: Blues Rock
Sein Debüt ´Ledbetter Heights´ war 1996 gleich der Durchbruch für Kenny Wayne Shepherd. Der Blues war auch zu dieser Zeit nie weg und Gary Moore, Newcomer Eric Gales und Altmeister wie Buddy Guy hatten Anfang der 90er-Jahre dem Blues den nächsten Schub verpasst. Der damals 18jährige konnte gleich mit seinem Debüt einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und ist seitdem eine feste Größe im Blues- und Blues Rock-Geschehen. Mit 13 Jahren hatten ihn schon Stevie Ray Vaughan und andere gestandene Musiker auf die Bühne geholt. Da ihm das Album so wichtig war und ist, hat er es jetzt mit 30 Jahre mehr Musik- und Lebenserfahrung neu eingespielt. Noah Hunt seit 1996 als Sänger in Kennys Band aktiv, hat alles neu eingesungen (im Original war noch Corey Sterling für die Vocals zuständig). 2022 hatte Wayne schon die Idee, sein zweites Album, das unter dem Namen seiner Band veröffentlicht wurde, ´Trouble Is´ als ´Trouble Is … 25´ noch einmal einzuspielen. Das war sehr gelungen.
Der coole Doppelpack ´Born With A Broken Heart´ und ´Deja Voodoo´ wurde damals 1996 schon von viel Selbstbewusstsein und musikalischem Können, aber auch jugendlicher Unbekümmertheit geprägt. Das klingt jetzt bei der Neuaufnahme genauso frisch, aber auch mit der Erfahrung der letzten 30 Jahre etwas elaborierter. Die Töne fließen aus Kennys Gitarre immer noch wie ein Naturereignis. ´Aberdeen´ ist zunächst akustisch und virtuos und mit der Slide-Gitarre dann stark von den Südstaaten inspiriert. Kein Wunder, Kenny stammt aus Louisiana und liebt New Orleans. ´Shame, Shame, Shame´ zitiert dann alte Blues-Größen, aber auch Stevie Ray Vaughan in der Ursprünglichkeit des Gitarrenspiels.
´One Foot On The Path´ hat wie alle Songs auf dem Album viel Substanz. ´Everybody Gets The Blues´ von Angel Michael and Rhonda Warwick geschrieben, ist mir etwas zu konventionell. ´I’m Leaving You (Commit A Crime)´ strotzt wieder vor Dynamik und Spielfreude und die Gitarre verdrängt die Orgel deutlich stärker als im Original 1996. Das schöne ´Riverside´ ist ein gefühlvoller Titel. Der Titelsong zum Schluss zeigt den damaligen Einfluss von Größen wie Stevie Ray Vaughan und Jimi Hendrix auf den jungen Wilden. Klasse Abschluss!
Die Produktion ist deutlich mächtiger als beim Original. Es fehlt vielleicht ein wenig die jugendliche Aufbruchsstimmung, dafür ist alles (noch) cooler und abgeklärter. Die Neueinspielung zeigt aber auch die hohe Substanz, die der 18jährige beim Songwriting schon damals vorweisen konnte. Eine Neuaufnahme, die ausnahmsweise mal richtig Sinn macht. Wie schon im Falle ´Trouble Is´.
(8,25 Punkte)
https://www.facebook.com/kennywayneshepherd
(VÕ: 08.05.2026)



