
THELONIOUS MONK – Thelonious Alone In San Francisco
1959/2026 (Riverside Records/Craft Recordings) - Stil: Jazz
´Thelonious Alone In San Francisco´ offenbart Thelonious Monk in einem seiner intimsten Momente, nur er und das Klavier, während die “Fugazi Hall” in San Francisco wie ein stiller Beobachter wirkt. Aufgenommen am 21. und 22. Oktober 1959, fängt das Album die Gelassenheit eines Meisters ein, der sich Zeit lässt, seine Ideen auszuführen und jeden Ton mit Bedacht zu setzen.
Produzent Orrin Keepnews ließ Thelonious Monk nach einem entspannten Mittagessen in die “Fugazi Hall” treten, was die spontane und doch präzise Energie der Aufnahmen prägte. Die Solo-Piano-Performance bewegt sich zwischen klassischen Balladen, bluesigen Improvisationen und nostalgischen Pop-Titeln, die Thelonious Monk mit unnachahmlicher Leichtigkeit aufbricht.

´Blue Monk´ beginnt mit einem lebendigen Blues-Riff, das durch Monks eigenwillige Interpretation des klassischen Stride-Pianos einen unwiderstehlichen Drive erhält – ein rhythmisch versetztes Stampfen der linken Hand, das gleichzeitig vertraut und überraschend wirkt, während ´Ruby, My Dear´ die einfühlsame Seite Monks zeigt, mit perlenden Harmonien, die das Herz des Hörers direkt ansprechen.
´Round Lights´ entsteht aus einer freien Improvisation, inspiriert von den Kronleuchtern der “Fugazi Hall”, und strahlt eine tänzerische Qualität aus, die die visuelle Inspiration akustisch nachzeichnet. Mit ´Everything Happens To Me´ demonstriert Monk seinen ironischen Umgang mit Standardmaterial, subtil verzögerte Pausen und offbeat-Figuren verleihen dem Stück einen eigenen, melancholischen Charme.
´You Took The Words Right Out Of My Heart´ fängt mit kraftvollen Anschlägen die sentimentale Wärme eines alten Popsongs ein, während ´Bluehawk´ den Geist des “The Black Hawk Clubs” und Monks Mentor Coleman Hawkins ehrt, in einem improvisierten, bluesigen Stil, der von überraschend rhythmischen Wendungen lebt.
´Pannonica´ wirkt in der Solo-Version besonders zärtlich, eine Hommage an Baroness Pannonica de Koenigswarter, die Monks Musik stets unterstützte, alldieweil ´Remember´ Monks Fähigkeit zeigt, Irving Berlins Klassiker spielerisch zu transformieren, rhythmisch versetzt und unerwartet elegant.
In ´There’s Danger In Your Eyes, Cherie´ ringt Monk mit der sentimentalen Seite des Stücks, und gerade die kleinen Unvollkommenheiten verleihen der Performance Charme und Menschlichkeit. ´Reflections‘ rundet das Album nachdenklich und meditativ ab. Es ist ein Meisterwerk der ökonomischen Reduktion, bei dem Monks harmonische Raffinesse und sein unverwechselbares Gespür für Pausen jede Note schwerelos im Raum stehen lassen.

Die 2026er “Original Jazz Classics”-Neuauflage von ´Thelonious Alone In San Francisco´ offenbart den Pianisten in seiner intimsten Form. Die Solo-Sessions in der “Fugazi Hall” wirken wie ein musikalisches Porträt San Franciscos. Klassiker wie ´Blue Monk´ und ´Ruby, My Dear´ erscheinen hier nicht als Aufnahmen wiederbelebter Kompositionen, sondern als lebendige, sich stetig entwickelnde Werke. Thelonious Monk experimentierte und nutzte die Freiheit der Solo-Piano-Situation, um die Stücke neu zu gestalten, während die beiden improvisierten Kompositionen ´Bluehawk´ und ´Round Lights´ die Frische des Augenblicks einfangen. Im Vergleich zu den bekannten Quartett-Versionen wirken diese Solos wie tiefgründige Betrachtungen. Rhythmus und Melodie entfalten sich ohne äußere Vorgaben, und Thelonious Monks linke Hand übernimmt die swingende Funktion des Schlagzeugs, während die rechte das Thema zerlegt und neu erfindet. Die Aufnahmen dokumentieren zugleich Thelonious Monks künstlerische Reife und seine Fähigkeit, selbst vertraute Stücke kontinuierlich zu erneuern. Die warmen, fast verletzlichen Passagen lassen seine menschliche Seite spürbar werden, während die technische Präzision und Stride-Piano-Einflüsse sein unverwechselbares Genie offenbaren. Die “Fugazi Hall” verleiht dem Klang zudem eine natürliche Tiefe.
Die Neuauflage von “Craft Recordings” lässt diese historischen Aufnahmen nun audiophil auf 180g-Vinyl erstrahlen, in einem All-Analog-Mastering von Kevin Gray bei „Cohearent Audio“, sorgfältig gepresst bei RTI, inklusive Tip-On Jacket und klassischem Obi-Strip.
Eingefangen durch die Hände eines der größten Pianisten des Jazz, wird ´Thelonious Alone In San Francisco´ zu einem Hörerlebnis, das die künstlerische Intimität und den unverwechselbaren Genius von Thelonious Monk erlebbar macht – ein stilles Meisterwerk, das den Hörer auf eine bewegende Reise durch Thelonious Monks musikalische Welt mitnimmt.
(Klassiker)
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