PlattenkritikenPressfrisch

METAL CHURCH – Dead To Rights

2026 (Reaper Entertainment) - Stil: Power Metal / US Metal

Mit ´Dead To Rights´ kehren METAL CHURCH mit eindrucksvoller Entschlossenheit zurück und schlagen ein neues Kapitel in ihrer traditionsreichen Geschichte auf. Das vierzehnte Studioalbum der amerikanischen Heavy Metal-Institution verbindet klassische Tugenden mit zeitgemäßer Durchschlagskraft und zeigt eine Band, die ihre Identität über Jahrzehnte hinweg bewahrt hat. Im Zentrum steht gewohntermaßen Kurdt Vanderhoof, dessen unverkennbares Songwriting den klanglichen Kern von METAL CHURCH definiert. Unterstützt wird er schon länger von Rick Van Zandt an der Leadgitarre, während Brian Allen erstmals mit seinem kraftvollen Organ am Mikrofon überzeugen darf. David Ellefson verleiht den Kompositionen ein markantes Bassfundament, und Ken Mary sorgt mit präzisem Schlagzeugspiel für die nötige Energie. Gemischt und gemastert von Chris „Zeuss“ Harris in den renommierten “Planet-Z Studios” entfaltet das Werk einen druckvollen, aber auch nicht altbackenen Klang.

Die Entstehung des Albums steht zugleich für Erneuerung und Kontinuität. Nach dem tragischen Tod von Mike Howe im Jahr 2021 sah sich Kurdt Vanderhoof zunächst am Ende dieses Kapitels angekommen, bevor ein neuer kreativer Impuls den Weg für frisches Material ebnete. Mit Brian Allen (ex-VICIOUS RUMORS, DARK ARENA) zieht eine Stimme ein, die an die frühen Bandjahre erinnert und dem neuen Werk eine kraftvolle Authentizität verleiht. Die Verpflichtung von David Ellefson (ex-MEGADETH) verstärkt zudem die Aufmerksamkeit.

Musikalisch eröffnet ´Brainwash Game´ das Album mit schnellen Riffs, einer weit ausladenden Bridge und einem eingängigen Refrain, der an die Thrash-Wurzeln erinnert. ´F.A.F.O.´ folgt als kompromissloser, schneller Kracher, roh, aggressiv und direkt, mit einer unmissverständlichen Botschaft: „Fuck Around And Find Out“.

Der Titelsong ´Dead To Rights´ entfaltet sich als Midtempo-Stück mit exotisch angehauchter Melodik. ´Deep Cover Shakedown´ verbindet groovende Rhythmen mit markanten Gitarrenläufen und kraftvollen Akzenten im Schlagzeug.

In ´Feet To The Fire´ lodert klassischer US Metal in stählerner Intensität auf, während ´The Show´ als hymnischer Rock-Song mit mitreißender Energie überzeugt. ´Heaven Knows (Slip Away)´ präsentiert sich galoppierend und melodisch, getragen von melancholischem Pathos.

´No Memory´ beginnt zurückhaltend und steigert sich atmosphärisch zur Power, deren Intensität im Verlauf stetig anwächst. ´Wasted Time´ setzt auf kompakte Härte und treibende Rhythmik, ehe der rohe Heavy-Kracher ´My Wrath´ das Album rasant beschließt.

Mit diesem Werk zeigen sich METAL CHURCH einmal mehr als Band, die ihrem Erbe treu bleibt und weiterhin überzeugende Akzente setzt. ´Dead To Rights´ steht als Statement künstlerischer Beständigkeit, auch wenn die großen Tage der Band, ebenso wie die großen Songs inzwischen der Vergangenheit angehören.

(7 Punkte)

Michael Haifl

METAL CHURCH sind mit Bands wie SAVATAGE oder OVERKILL lange Zeit Konstanten der Metal-Geschichte gewesen. Leider sind wichtige Stellgrößen, wie die Sänger Dave Wayne und Mike Howe oder der überragende Schlagzeuger Kirk Arrington schon lange nicht mehr hier im Diesseits, aber Kurdt Vanderhoof hat die Band im Hinter- und später auch wieder im Vordergrund immer wieder belebt.  

Mit ´The Final Sermon (Live In Japan 2019)´ gab es 2024 noch einmal ein Wiederhören mit dem wackeren, unvergesslichen Mike Howe. Was für ein Sänger und ein sympathischer Mensch. ´Congregation Of Annihilation´ war 2023 (wieder) das erste Post-Mike Howe-Album. Dann fiel die Band irgendwie plötzlich auseinander. Aber Kurdt hat auch dieses Mal nicht aufgegeben und neue, kompetente Mitstreiter neben dem schon seit 2008 die Gitarre spielenden Rick Van Zandt gewonnen. Da ist zunächst der sympathische Sänger Brian Allen. Er singt gut, manchmal stärker an David Wayne ausgerichtet, manchmal an Mike Howe und manchmal an sich selbst. David Ellefson (MEGADETH) spielt Bass, Tausendsassa Ken Mary (TKO, FIFTH ANGEL, CHASTAIN, MAGDALEN und vieles mehr) Schlagzeug. Das sind zwei altgediente Profis.

Der Opener ´Brainwash Game´ kann rifftechnisch schon gleich das METAL CHURCH-Feeling vermitteln. Da fühle ich mich wohl. Ein starker Beginn ohne Zweifel. Auch der Gesang ist überzeugend. ´F.A.F.O.´ klingt nach den teilweise chaotischen Songstrukturen von ´The Dark´ und zeigt starke Drums von Ken Mary, der insgesamt sehr zu überzeugen weiß. Der folgende Titelsong ist ziemlich mächtig und bleibt dann auch gleich stahlhart im Gedächtnis.

´Feet To The Fire´ wird wieder mit den typischen, unverwechselbaren METAL CHURCH-Riffs eingeleitet, begleitet von den mächtigen Trommelschlägen von Ken. Der Song geht in eine melodischere und verschachtelte Richtung und erinnert mehr an die Zeit mit Mike Howe. Viele gute Breaks und Ken und Dave sind die beste METAL CHURCH Rhythmusgruppe seit Kirk Arrington und Duke Erickson. ´The Show´ überrascht mit einem ruhigen Mittelteil. Bei ´No Memory´ kann Brian gesanglich und die Band musikalisch ein wenig andere Akzente setzen. ´The Wrath´ donnert zum Schluss noch einmal richtig durch.

Mir fehlen bei einigen wenigen Songs – gerade im zweiten Teil des Albums – beim Songwriting von Kurdt etwas die einprägsamen Melodien, die bei aller Härte immer die stärksten METAL CHURCH-Songs ausgezeichnet haben. Aber insgesamt ein metallisches Qualitätsprodukt einer Band, die alle Tiefschläge immer wieder weggesteckt hat und motiviert ist. Sie versuchen weder richtig “Old School” noch modern zu klingen. Sondern einfach wie METAL CHURCH. Das passt. Ein starkes Comeback.

(8,25 Punkte)

Harald Pfeiffer

Im Vergleich zu CRIMSON GLORYs neuestem Werk erkennt man im Falle METAL CHURCHs neuem Album `Dead To Right` sofort, wer hier am Werk ist. Allerdings stellt sich auch die Frage: Die wievielte Reanimation des Patienten METAL CHURCH ist das inzwischen? Der Herzschrittmacher in Form von Gitarrist und einzigem Gründungsmitglied Kurdt Vanderhoof scheint unkaputtbar und so steht 2026 das vierzehnte METAL CHURCH-Album in wiederum neuem Line-up an. Neben erwähntem Herrn Vanderhoof ist seit 2008 Gitarrist Rick Van Zandt mit am Start und die restlichen Mitglieder kann man sicher als Neu-Triple vorstellen. Keine unbekannten Namen, im Gegenteil. Drummer Ken Mary (FIFTH ANGEL, FLOTSAM & JETSAM etc.) und ex-MEGADETH-Bassist David Ellefson sowie Sänger Brian Allen (ex-VICIOUS RUMORS) runden die „neuen“ METAL CHURCH ab. Brian Allen mit seinem gewaltigen Stimmvolumen zwischen Mike Howe (weniger) und David Wayne (mehr) ist ein vortrefflicher Ersatz, ohne ihn wäre das Album sicher nur die Hälfte wert. 

`Dead To Rights` enthält all die Trademarks, die ein ordentliches METAL CHURCH-Album anno 2026 haben sollte, das kann man schon einmal vorab behaupten. Einziger Angriffspunkt ist aus meiner Sicht die wenig variierende Geschwindigkeit zwischen den Stücken, was schade ist, denn dort, wo man selten einen Gang höher schaltet, bekommt man durch die höhere Geschwindigkeit einen markanten Energieschub. Aber das ist eher jammern auf hohem Niveau, würde ich mal behaupten, denn grundsätzlich macht die Truppe hier sehr viel richtig. Man schielt ganz deutlich auf die Frühwerke der legendären Bandgeschichte, was dazu führt, dass dieses Album die Vorgänger der mindestens letzten zehn Jahre vergessen lässt, die nicht sehr oft die fiesen Riffattacken aufgewiesen haben, die man hier liefert. `Dead To Rights` hält den Geist der Vergangenheit bereit, der 2026 alles andere als antiquiert klingt.

Schon im Titeltrack vereint man alles, was man von METAL CHURCH 2026 erwarten darf. Feuerfeste, giftige Riffs, ein gewaltiger Gesang und ein leichter Brückenschlag in die Vergangenheit. Bei `My Wrath` spielt man beeindruckend mit verschiedenen Geschwindigkeiten, was den Track auch zu einem der Highlights des Albums macht. Teilweise agiert man hier schon auf Thrash Metal-Niveau. Galoppierend, aber mit schönen Riffs und melodischen Spuren glänzt `No Mercy`, während `Wasted Time` dann wieder wie eine Giftspritze wirkt. Für meine Begriffe liefert man hier schlicht METAL CHURCH pur, auch wenn man hier und da etwas mehr Harmonie hätte einbauen können. 

Aber nach aktuellem Stand der Metalszene wird sicher auch über dieses Album gestritten, weil es dem einen zu das, dem anderen zu dieses ist. Letztendlich, ich kann es immer nur wiederholen, ist Musik Entertainment und hat viel mit persönlichem Geschmack zu tun. Und aus dieser Perspektive finde ich `Dead To Rights` ein sehr starkes Album.

(8 Punkte)

Jürgen Tschamler

 

https://www.facebook.com/OfficialMetalChurch

 

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"