
DEAD KOSMONAUT – Retrospectre
2026 (Edge Circle Production) - Stil: Epic Metal / Progressive Metal
Den Schweden gelingt ein solider Einstieg mit ´Wake Of Aquarius´ zwischen qualitativ anspruchsvollem Skandinavien Metal und einem Schuss IRON MAIDEN. Per Gustafsson, sehr guter Sänger, erinnert ein wenig an Roy S. Khan. Ganz anders als bei seiner ehemaligen Black Metal-Formation NIFELHEIM, wo er als Hellbutcher andere Töne von sich gab. ´Out Of The Shadows Rising´ ist dann am Anfang sehr melodisch Richtung Progressive Metal. Hat etwas Hymnenhaftes und bleibt sofort haften. Steigert sich in zweiten Teil aber in seiner Komplexität und zeigt ein hervorragendes Zusammenspiel der Band. Starker Auftritt.
Mit der EP ´Rekviem´, nach dem Debüt ´Expect Nothing´ eingespielt, hat die Band schon in Unterground-Metal-Kreisen einigen Wind ausgelöst. ´Gravitas´ 2022 bekam unterschiedliche, aber meist auch sehr positive Reaktionen. Mein Kollege hier war äußerst begeistert. ´Out Of The Shadows Rising´ geht in eine straightere Richtung mit schönen doppelten Gitarrenmodulen und ganz nah am 80er-Jahre Melodic Metal. ´Eyes Grow Old´ hat den gleichen Einschlag, integriert aber stärker progressive Elemente in den Sound. ´The Battle Is Over´ verstärkt diesen progressiven Einschlag gekonnt. ´The Lies´ baut auf guten Riffs und Keyboards auf. Und einmal mehr auf dem variantenreichen Gesang von Per. Eher komplex und nicht sofort im Ohr verhaftet.

Zum Schluss gibt es mit ´The Retrospectre´ den für mich persönlichen Höhepunkt. Die progressiven Nummern wie ´The Retrospectre´ oder ´The Battle Is Over´ beeindrucken mich noch etwas mehr als die eher konventionellen, aber auch immer anspruchsvollen geradlinigeren metallischen Nummern.
Per Gustafsson steht nicht ohne Grund oft im Mittelpunkt, er ist sehr gut. Das Album bietet aber vor allem auch den Gitarristen Pär Fransson and Fredrik Folkare viel Raum, sich zu profilieren. Bassist und Hauptsongwriter Mattias Reinholdsson hat auch einen guten Job gemacht, als Songwriter, aber auch als intensiver Bassspieler. Das Album braucht ein paar Durchläufe, dann zeigt sich sein Wert und es bleibt auch auf längerer Strecke spannend.
(8 Punkte)
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(VÖ: 26.06.2026)



