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IRON BITCH – Nephilim

2026 (Independent) - Stil: Speed Metal / Thrash Metal / US Power Metal

Cleveland, Ohio, war nie ein Ort für halbe Sachen. Stahl, Schweiß, ehrlicher Lärm – genau aus diesem Umfeld kommen IRON BITCH, eine Band, die sich erst vor zwei, drei Jahren formiert hat, deren Mitglieder jedoch länger in der Szene verwurzelt sind. Dementsprechend präsentieren sie eine erstaunlich ausgereifte Debüt-EP.

Mit ihrer ´Nephilim´-EP erwecken IRON BITCH den Geist der Achtzigerjahre, ohne in bloßer Nostalgie stecken zu bleiben. Die Produktion lag komplett in den Händen von Gitarrist Dylan Andras, der das Material in den Kreativräumen der “Milk Factory Studios” in Cleveland aufgenommen, gemischt und veredelt hat. Genau dieser DIY-Ansatz sorgt für einen unverfälschten Klang. Man hört sofort, dass hier eine Band spielt, die ihre Songs kennt und lebt.

Der kurze Opener ´Will Of Man´ überrascht mit akustischen Gitarren, die fast wie ein legendäres Metal-Intro wirken. Die Melodie wird sauber ausgespielt, bevor im Hintergrund erste elektrische Saitenklänge auftauchen. Ein bewusst ruhiger Einstieg, bevor mit dem Titelsong ´Nephilim´ die Hölle losbricht. Schnelle Drums, aggressive Riffs und ein erstklassiger Gesang. Derweil die Gitarren messerscharfe Läufe liefern, bewegt sich Hannah Sowry im klassischen Heavy Metal-Jargon und trifft hohe Töne mit einer Selbstverständlichkeit. Anschließend zollen IRON BITCH mit ´Fast As A Shark´ ihren Idolen ACCEPT Respekt – und wählen bewusst einen der wichtigsten Speed Metal-Klassiker überhaupt. Die Version bleibt nah am Original, trägt aber den eigenen Stempel in Sound und Gesang. Besonders die Gitarren wirken etwas roher, während Hannah Sowry dem Song eine eigene Schärfe verleiht.

Der Song ´The Iron Bitch´ ist wieder ein Eigengewächs. Nach einem kurzen, gesprochenen Einstieg baut sich ein schweres Riff auf, bevor der Song seine wilde Fahrt aufnimmt. Das Stück explodiert in einen schnellen, treibenden Metal-Song, getragen von präzisem Schlagzeugspiel von Grady Wessollek und einem spürbar Druck machenden Bass. Die Gitarren wechseln zwischen klassischen Heavy Metal-Licks mit progressiven Ansätzen und härteren Thrash-Momenten, während der Gesang immer wieder mit schneidenden Spitzen nachsetzt. ´Power And Steel´ beschließt die EP mit Nachdruck. Ein direkt einsetzendes Gitarrensolo eröffnet den Track, ehe sich ein schneller, melodischer Speed Metal-Song offenbart, der stark an die frühen Tage des US Power Metal erinnert.

Selbst die Entstehung der EP spiegelt den Charakter der Band wider. Keine externen Produzenten, stattdessen ein enger Kreis aus Musikern, die ihre Ideen direkt umsetzen. Sogar die Aufnahme des ACCEPT-Covers soll weitgehend live im Studio erfolgt sein, um die rohe Energie einzufangen. Parallel dazu liefen bereits Vorbereitungen für größere Shows, was der EP diesen unmittelbaren, fast greifbaren Live-Charakter verleiht.

´Nephilim´ ist ein Debüt, das mit schnellen Riffs, klaren Melodien, einer starken Gesangsleistung und Produktion, ein erstes großes Ausrufezeichen setzen kann. IRON BITCH präsentieren sich dabei als Band, die den klassischen Metal liebt und lebt.

https://ironbitch.bandcamp.com/album/nephilim-4
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