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BEYOND THE DEAD OF NIGHT – From The Ocean To The Stars

2025 (Independent) - Stil: Symphonic Progressive Metal

Was 2013 als ambitioniertes Projekt von Carl Eden begann, hat über mehr als ein Jahrzehnt hinweg eine bemerkenswerte künstlerische Entwicklung vollzogen. Aus DEAD OF NIGHT hervorgegangen, mit mehreren Umbrüchen im Line-up und einer zwischenzeitlichen Auflösung, kehrt die Band nun unter dem Namen BEYOND THE DEAD OF NIGHT zurück – gereift und mit einem Werk, das den eigenen Anspruch hörbar einlöst.

´From The Ocean To The Stars´ trägt diese Entwicklung bereits im Titel. Die Musik folgt einer klaren Dramaturgie, die von maritimen Bildern bis hin zu kosmischen Perspektiven reicht, ohne sich in Konzeptschwere zu verlieren. Carl Eden gestaltet die Arrangements mit sicherem Gespür für Kontraste, während Dan Roberts die Gitarrenarbeit zwischen druckvollen Riffs und weit ausgreifenden Melodiebögen hält. Im Zentrum steht jedoch Briony Roberts, deren Stimme mühelos zwischen den Stimmungen wechselt und den Stücken eine eigene Kontur verleiht.

Der Opener ´From The Ocean To The Stars´ entstand in einer einzigen nächtlichen Session, mit einem hymnischen Refrain und einem klaren Spannungsaufbau. ´And They Were Never Seen Again´ greift eine düstere Erzählung auf und endet abrupt, als würde der Song selbst im Nebel verschwinden. ´We Live In Difficult Times´ setzt auf einen eingängigen Refrain, der den kritischen Ton des Textes näherbringt.

´What Becomes Of Our Children’s Children´ entwickelt sich als episches Prog-Kapitel und wird von Chören getragen. ´Flames And Ashes´ schlägt danach leisere Töne an, eine klassische Ballade mit emotionalem Gesang, während ´Down To The Wire´ deutlich härter ausfällt, mit treibenden Riffs und einer fast nervösen Atmosphäre.

Ein traditionelles Seemannsmotiv wird in ´Sea Shanties´ aufgegriffen und in ein komplexes Metal-Gerüst überführt, ohne den eingängigen Charakter zu verlieren. ´There Is No End´ setzt auf schöne Melodiebögen und steigert sich in einen getragenen Refrain, während ´Never Run´ als kompakter Rocksong funktioniert. ´Weightless´ ist ruhiger, beinahe schwebend, mit zurückgenommener Instrumentierung und einer verletzlichen Gesangslinie.

Persönlich wird es in ´Monday Never Looked So Good (For Brian)´, einer fast nostalgischen Hommage, die trotz ihres leichten Tons eine ehrliche Geschichte erzählt. Den Abschluss bildet ´The Emergence Of Consciousness´, das die konzeptionelle Reise mit instrumentalen Passagen und eingearbeiteten Weltraumaufnahmen konsequent zu Ende führt.

Die Produktion wirkt durchweg klar und ausgewogen. Gerade die Verbindung aus orchestralen Elementen, Metal-Struktur und melodischem Anspruch gelingt überzeugend, ohne sich in technischen Spielereien zu verlieren. ´From The Ocean To The Stars´ präsentiert sich als reifes, vielschichtiges Symphonic-Prog Metal-Album, das seine Stärken findet und damit den bisherigen Weg der Band überzeugend abschließt und zugleich neu definiert.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/banddeadofnight/

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