
DISTORTED REFLECTION – Doom Zone
2026 (Iron Shield Records) - Stil: Epic Doom Metal
Wenn in Griechenland die Sonne hinter antiken Ruinen versinkt, ist der perfekte Moment für DISTORTED REFLECTION. Kostas Salomidis, der mit SORROWS PATH bereits Doom-Alben von gewichtiger Größe veröffentlicht hat, gründete 2022 die Band, um seine Vision noch schwerer, epischer und kompromissloser zu gestalten. Zwei Jahre nach dem erfolgreichen Debüt ´Doom Rules Eternally´ kehrt die Athenische Formation mit ´Doom Zone´ zurück.
Elf Tracks in knapp 40 Minuten, doch jeder Song entfaltet seine eigene, greifbare Atmosphäre. ´3000 A.D.´ beginnt mit einem virtuosen Solo von Gaststar Jack Starr und Kostas Salomidis’ wuchtigen Gitarrenriffs, die zwischen melodischer Opulenz und doomiger Schwere wiegen, während der Text von der Suche nach Wahrheit und Selbstbestimmung erzählt. Auf ´My Second Father´ werden Verlust, Bewunderung und Trauer durch die Balladenstruktur getragen, die Musik pulsiert zugleich mit epischem Doom und emotionaler Schwere.
´Gates Of Paranoia´ entfaltet die bedrohliche Spannung eines klassischen Doom-Epos, die Lyrics erzählen von Hass, Paranoia und Selbstfindung. Direkt im Anschluss zeigt ´Love On Earth´ eine weitere melancholische und introspektive Seite der Band, bevor ´Asphyxiating´ den Hörer wieder in eine klaustrophobische Intensität zieht, in der Isolation und Selbstüberwindung verschmelzen.
´Certain Death´ ist kompakt, virtuos und energetisch, ein Doom-Song, der alle klassischen Referenzen aufgreift, während ´Diminished´ epische Motive mit lyrischer Eleganz verbindet. ´Tower Of Dreams´ erhebt sich hingegen mit hymnischem Aufbau und einer cineastischen Breite, die direkt an die glorreichen 80er-Jahre erinnert.
´Forecourt To Death´ dient als kurzes, atmosphärisches Zwischenspiel, bevor ´The Final Attempt´ mit einer klaren, hymnischen Struktur und einem versöhnlichen Gitarrensolo voranschreitet. Das abschließende ´Morbid Reality´ fasst das Album in dichtem, doomigem Pathos zusammen und hinterlässt ein Bild voller Schwere, Melancholie und erzählerischer Wucht.
Instrumental glänzen Kostas Salomidis’ Gitarren mit monumentalen Riffs, Vangelis Yal bringt Bass und Synths prägnant ins Spiel, während neuerdings Thomas Zen das Schlagzeug mit stoischem Drive führt. Musikalisch balanciert die Band zwischen traditionellem Doom, hymnischer Epik und progressiven Momenten, wobei die Texte stets den roten Faden der Selbsterkenntnis, der Dunkelheit und der Erlösung tragen.
´Doom Zone´ offenbart bei jedem Durchgang neue Nuancen, die Kompositionen entfalten sich immer weiter und bestätigen DISTORTED REFLECTION als eine Band, die ihre eigene, unverwechselbare Nische im Doom Metal besetzt. Die Mischung aus epischem Sound, dichter Atmosphäre und lyrischer Tiefe beweist zudem die ungebrochene Hingabe zum Genre.
(8 Punkte)



