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YEAST MACHINE – Bad Milk

2026 (Noisolution) - Stil: Stoner, Psychedelic, Grunge, Punk, Alternative Music

Mit ´Bad Milk´ präsentieren YEAST MACHINE ihr zweites großes Statement, und schon nach wenigen Minuten weiß die Hörerschaft, dass diese Band ihre eigene Spur im weiten Feld zwischen Grunge, Stoner Rock und psychedelischem Alternative zieht.

Das Quintett aus Tübingen arbeitet mit schweren Gitarren, rauem Gesang und einer spürbaren Live-Energie, die jeden Song antreibt. Die Brüder Fabian Köninger und Tobias Köninger legen mit ihren Gitarren das Fundament aus Fuzz, Riffs und schimmernden Feedbacks, während Marcel Gundlach am Bass und Jonas Bischof am Schlagzeug das Ganze mit erdigem Druck zusammenhalten. Darüber wechseln sich Fabian Köninger, Tobias Köninger und Benjamin Frenzel am Mikrofon ab, wodurch das Album eine lebendige, ständig variierende Stimme erhält. Dass YEAST MACHINE ihre Musik aus gemeinsamer Erfahrung, aus Konzerten, Nächten im Proberaum und echtem Bandgeist formen, hört man ihr an.

Der kurze Opener ´Globalized Condolences´ eröffnet das Album mit düsterem Gitarrenrauschen und schwerem Schlagzeug. Dann bricht ´Falling Rocks´ los. Schnelle Alternative-Riffs treffen auf fuzzige Stoner-Gitarren, während der Gesang roh, direkt und voller Energie wirkt.

Im Titelsong ´Bad Milk´ schleppen sich dicke Gitarrenakkorde durch den Song und der mehrstimmige Gesang erzeugt eine dunkle, beinahe hypnotische Stimmung. Diese schwere Gangart führt direkt zu ´Foreshadowing´, einem kurzen Zwischenspiel, das mit hallenden Gitarren und schwebenden Akkorden Spannung aufbaut, bevor ´Dust On The Radio´ die Geschwindigkeit wieder erhöht. Die verzerrten Gitarren und ein treibender Rhythmus erinnern dabei an klassischen Desert Rock.

Der herrlich sperrige Titel ´Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing´ beginnt hingegen fast verträumt, steigert sich jedoch Schritt für Schritt zu einem dramatischen Alternative-Epos. Die Gitarren werden lauter, das Schlagzeug drückt stärker nach vorne, und plötzlich steht ein großer Refrain im Raum. ´Karthago´ setzt dagegen stärker auf Rhythmus sowie Groove und der kompakte Rock-Song ´Honey & Sweat´ auf einen eingängigen Refrain, rauen Gesang und knackige Gitarrenriffs.

Mit ´Wobby Wizard´ zeigt sich die Band von ihrer psychedelischen Seite. Gitarren flirren durch den Song, Effekte wabern im Hintergrund. Es ist ein Stück, das eine leicht schiefe, beinahe magische Stimmung erzeugt. Den Abschluss bildet letztlich ´The Golden Cage´, ein melancholischer Rock-Song, der mit schweren Fuzz-Gitarren beginnt und sich langsam zu einem kraftvollen Finale steigert.

Mit ´Bad Milk´ gelingt YEAST MACHINE ein vielseitiges Rockalbum, das die Kraft von Grunge, die Wucht des Stoner Rock und psychedelische Farben miteinander verbindet. Wer schwere Gitarren, packende Riffs und ehrlichen Rock liebt, entdeckt hier ein Album, das sich mit Selbstbewusstsein behauptet und zugleich eine ganz eigene Handschrift zeigt.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/yeastmachine


(VÖ: 20.03.2026)

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