
STAINLESS – Lady Of Lust & Steel
2026 (High Roller Records) – Stil: Heavy Metal
Der Nachfolger zu dem letztjährig veröffentlichten 4-Tracker mit dem Titel `Nocturnal Racer` liegt vor und überzeugt von Beginn an. Das gemischte Doppel aus Portland bleibt sich musikalisch treu und bewegt sich souverän zwischen klassischen Heavy Metal-Vorgaben und Speed Metal’schen-Elementen, die allerdings deutlich zurückgefahren wurden.
Dass man auf seinem ersten Longplayer mit acht Songs, etwas variationsreicher agieren kann wie auf der zuvor erwähnten 4-Track EP, ist selbstredend. Gesanglich hat sich glücklicherweise nichts geändert. Larissa Cavaceces Gesang ist weiterhin die fast schon perfekte Mischung aus kratziger Note und unterschwelligem Rock`n`Roll-Touch, die den Tracks dadurch etwas mehr „Rotz“ verleiht.

Neben den tighten, nach vorne drückenden Nummern, hervorzuheben gilt `Whorefront` sowie `Danger In The Night`, gibt es mit `Take A Listen Mama` eine ungewohnte Überraschung. Teils mit bluesiger Unterlegung zeigt dieses Teil aus Halbballade und Blues-Groover ganz neue Aspekte. Auch die Mid-Tempo Bombe `Vitamine Tease` fällt positiv auf, wobei hier der Gesang einfach das sogenannte Tüpfelchen auf dem „i“ ist. Mit `Rough Justice` kommt man sogar alten, klassischen GIRLSCHOOL recht nahe.
STAINLESS liefern schnörkellosen Heavy Metal ganz im traditionellen Sinne, lassen Innovationen außen vor, beschränken sich auf das Wesentliche. Man hat sich musikalisch breiter aufgestellt, sieht sich selbst als Hard Rock-Band und liefert ein ansprechendes Album, das es aber sicher nicht leicht haben wird, weil sich gerade in diesem musikalischen Umfeld viele gute Bands tummeln. Dass man mit einem coolen Artwork sich dann etwas abhebt, ist ein cleverer Schachzug und somit hoffe ich, dass sich nicht wenige Metaller vom Cover-Artwork angesprochen fühlen und dann mit der Mucke viel Spaß haben.
(7,5 Punkte)



