
JAY BUCHANAN – Weapons Of Beauty
2026 (Sacred Tongue) - Stil: Blues Rock / Country Rock
Jay Buchanan ist der Frontman von den Rock-Epigonen RIVAL SONS und hat für sein erstes Soloalbum die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Dave Cobb fortgesetzt, der bereits einige RIVAL SONS-Alben, darunter ´Darkfighter´ von 2023 und den Klassiker ´Great Western Valkyrie´, produziert hat (wo er auch teilweise akustische Gitarre einspielte).
Das hört sich erst einmal so an, als würde er mit seinem Album musikalisch nicht weit entfernt von seiner Hausband ansetzen, die sich von alten Rock-Heroen wie LED ZEPPELIN oder FREE inspirieren ließ und diese klassischen Sounds erfolgreich ins 21. Jahrhundert transferiert hat. Eine Band, die sich auf jeden Fall darum verdient gemacht hat, den 70er-Jahre-Rock nicht seelenlos zu reproduzieren, sondern ihn lebendig und aufregend zu halten und zu gestalten.
´Caroline´ ist ein wunderschöner, aber auch melancholischer Start in sein Soloalbum. Jay hat diese großartige Stimme, rau und trotzdem herzlich. Der Song ist akustisch ausgerichtet und grenzt an Country Rock und ist ein äußerst sanfter Einstieg. ´High And Lonesome´ erinnert mich stark an den völlig unterschätzten Frankie Miller, einen meiner absoluten Lieblingssänger, der selbst stark von Legenden wie Otis Redding inspiriert war. Das Soulige von Otis ist hier deutlich heraushörbar. Das ist nicht überraschend, denn Jay bewundert zumindest Frankie. Auch sehr ruhig und akustisch angelegt.

´True Black´ ist etwas härter, aber immer noch stark am Country Rock angelehnt. ´Tumbleweeds´ atmet die Musik der Südstaaten und ist ein zeitlos schöner Song. Auch die Lyrics sind sehr stark. Jay spielt die Songs ein, wie sie passen. Ich habe nie den Eindruck, hier wird nach Eingängigkeit oder kommerziellem Appeal geschielt. Die Songs sind wie sie sind. ´Shower Of Roses´ folgt unmittelbar und genauso ruhig. ´The Great Divide´ ist dann mehr elektrisch ausgerichtet. Aber nicht weniger dramatisch. Sehr, sehr starker Song. ´Deep Swimming´ kommt dann etwas rhythmischer, ohne jetzt gleich in den Hard Rock überzugehen. ´Sway´ ist die nächste Ballade. Noch etwas Rockiges, dann endet es sehr dramatisch mit dem Titelsong, wie es begonnen hat.
Jay Buchanan setzt sich insofern von RIVAL SONS ab, indem er die harten Rocksongs aus seinem Soloalbum weitestgehend verbannt hat und dafür stärker auf seine sanfte, emotionale Seite setzt. Wobei diese sanfte Seite auch immer wieder bei seiner Band eine große Rolle spielt, wie bei Songs wie das an FREE erinnernde ´Jordan´ von ´Head Down´ oder ´Darkside´ von ´Darkfighter´. Hier nur in geballter Form. Bei dieser großartigen Stimme ist eine hohe Punktzahl unvermeidlich. Auch das Songwriting und die Stimmung sind hervorragend. Schön, dass es noch solche Alben gibt. Ein Naturtalent.
(8,5 Punkte)



