
THE GUILT – Naked Rat Dance
2026 (Icons Creating Evil Art) - Stil: Riot-Grrrl-Electropunk
Mit ´Naked Rat Dance´ legt das schwedische Duo THE GUILT sein drittes Studioalbum vor und schärft das eigene Profil mit bemerkenswerter Entschlossenheit. Emma Wahlgren und Lizzy bündeln auf elf Tracks ihre Vorliebe für grellen Electro-Punk, Riot-Grrrl-Schärfe und eine Portion düsteren Glam-Glamour zu einem Werk, das unmittelbar zündet.
Der Opener ´Red Light´ startet als Uptempo-Kracher mit hart angeschlagenem Vierviertel-Beat, sägendem Gitarrenriff und einem Synth, der wie eine Sirene über der Szenerie kreist. Emma Wahlgren singt mit klarer, fast herausfordernder Stimme über Anziehung und Kontrollverlust, während Lizzy die Gitarre metallisch aufreißt. ´Skin´ legt nach, schneller, roher, mit stoischem Basslauf und einem Refrain, der sich sofort festsetzt. Hier trifft rotziger Punk auf kühle Elektronik.
´Naked On My Own´ beginnt mit einem trocken pochenden Beat und einem verzerrten Gitarrenton. Der Refrain öffnet sich weit, fast episch, während die Strophen das Gefühl von Isolation in klaren, direkten Bildern zeichnen. ´Suffer´ wirkt kompakter, aggressiver, ein schneller Rock-Song mit hartem Snare-Schlag und einem fast schon stoischen Gesang.
´Weaponry´ arbeitet mit Groove und präzisen Riffs. ´War In My Kitchen´ bringt einen Hauch von schwarzem Humor ins Spiel. ´CBB´ überrascht mit einem beinahe poppigen Einstieg, ehe verzerrte Gitarren das Stück in eine tanzbare Attacke verwandeln. ´We Like To Dance´ ist schneller Four-on-the-Floor und dürfte live mühelos ganze Clubs in Bewegung versetzen.
´Dance To The Revolution´ steigert es noch mit aggressiveren Gitarren und einem fast schon kämpferischen Tonfall, der an klassischen Riot-Grrrl-Punk erinnert. Mit ´Our Feline House´ gönnt sich das Duo einen leicht verspielten Moment. Den Abschluss bildet ´Basic Witch´, ein selbstbewusstes Finale mit schwerem Beat und einer kraftvollen Schlusssteigerung.
Der Titel ´Naked Rat Dance´ entstand aus einem Demo namens ´Rat Dance´, benannt nach dem markanten Einsatz des RAT-Distortion-Pedals. Aus dieser technischen Randnotiz entwickelte sich ein Bild für den Menschen im alltäglichen Wettlauf: verletzlich, getrieben, suchend. THE GUILT greifen diese Metapher auf und übersetzen sie in Songs, die Wut, Humor und Selbstreflexion verbinden.
Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Electro-Punk, Riot-Grrrl und Goth-Rock-Elementen, mit harten Gitarren und druckvollen Beats. Emma Wahlgren und Lizzy zeigen sich als eingespieltes Duo, das seine Mittel gezielt einsetzt. ´Naked Rat Dance´ ist äußerst energiegeladen, es ist ein Album, das den Club ebenso im Blick hat wie das eigene Höllenleben.
(8 Punkte)
