
Die kanadische Band ist auf den Spuren von klassischem Heavy Metal der 80er-Jahre und mag auch Power Metal. Der Opener ´God The Watcher´ ihres Debüts ´Obsidian King´ hat auch Speed-Elemente. ´Onwards We March´ erinnert an OMEN und andere Metaller, die die typischen martialischen Lyrics in ihren Songs benutzten. OMEN, das ist ja dann zumindest ein sehr feiner und majestätischer Einfluss. ´Book Of The Dead´ wird von grausamen Schreien eingeleitet und ist ein schleppender Power Metal-Titel, der deutlich melodischer ist.
´Warriors 9 To 5´ ist ein hymnenhafter, mittelschneller Headbanger mit guten Gitarrenduellen im Mittelteil. Auch ´Obsidian Wing´ (ja, heißt so) lebt vom stimmgewaltigen Gesang, dem einprägsamen Chorus und kurzen, aber effektiven Gitarreneinlagen. ´Hellstorm´, ´Raise Hell´ und ´Relentless´ sind nicht nur viel „Hölle“, sondern die drei Titel führen den eingeschlagenen, musikalischen Weg konsequent fort (tolles Sprachklischee), sind ziemlich hart und eher straight. Aber im Gegensatz zu den ersten Titeln deshalb auch etwas monoton. Erst das abschließende, akustisch startende, knapp achtminütige ´Attila´ kann wieder sehr überzeugende Akzente zwischen Power Metal, Progressive Metal und Doom setzen.

Wer frühe MANOWAR, OMEN oder JAG PANZER und andere klassische Metaller liebt, wird hier bei RAVENSPELL schnell fündig und auch nicht enttäuscht, denn die Band orientiert sich konsequent zurück in die Zukunft. Gutes Debüt einer weiteren Band auf dem Retro-Metal Trip. Positiv fällt die reife Spielweise auf. Beim Songwriting gibt es zwischendrin aus meiner Sicht aber noch Luft nach oben.
(7,75 Punkte)
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(VÖ: 12.03.2026)



