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IMMINENT SONIC DESTRUCTION – Floodgate

2025 (FC Records/Just For Kicks Music) - Stil: Prog Metal

Mit ´Floodgate´ haben IMMINENT SONIC DESTRUCTION ihr bislang wagemutigstes Werk kreiert. Die Band aus Detroit verbindet modernen Progressive Metal mit düsterem 90er-Alternative-Flair, Sludge-artigen Gitarrenpassagen und klassischer Prog-Struktur. Härte und Melodie stehen gleichberechtigt nebeneinander, technische Raffinesse und emotionale Tiefe verschmelzen zu einem eigenständigen Klang. Das Album wirkt reif und die Band entschlossen.

Der Auftakt ´Floodgate I´ stürzt in einen riffgetriebenen, metallischen Groove, der in Sludge-artigen, langsam brodelnden Passagen aufgeht. Die Gitarren wechseln zwischen aggressiver Härte und melodischen Linien, während die Keyboardflächen feine Nuancen setzen. Tony Piccolis Gesang bewegt sich zwischen klarer, kraftvoller Stimme und gehauchten Harmonien.

´Memento Mori´ zeigt sich in melancholischer Stimmung, getragen von langsamen Gitarrenläufen und atmosphärischen Keyboards, die einen hymnischen Unterton erzeugen. In ´No One´ treten die Sludge-Einflüsse stärker hervor. Die Gitarren poltern schwer, verzerrt und roh, während sich der Bass brodelnd durch den Song zieht. Die Songstruktur wechselt zwischen treibenden Passagen und ruhigeren, fast nachdenklichen Momenten. ´The Game´ ist im Anschluss noch dunkler, aggressiver. Tony Piccolis Stimme drückt dabei echte Entschlossenheit aus.

In ´Find Center´ zeigt sich die Band von einer subtileren Seite. Die Gitarren arbeiten filigran, teils schleppend, während die Harmonien selbst einen hymnischen Ansatz verfolgen. Der Song öffnet Raum für die längeren, epischen Passagen des Albums. ´The Light At The End Of The Tunnel´ vereint hingegen balladeske Momente mit eruptiven Ausbrüchen. Die Gitarren fließen melodisch, die Keyboards unterstützen mit cineastischen Flächen. ´The Weight´ reduziert die Härte zugunsten der Emotionalität. Die Gitarren spielen warm und satt, die Keyboards schimmern harmonisch. Die Gesangsharmonien erzeugen eine melancholische, fast hymnische Wirkung.

Das abschließende Prog-Epos ´Floodgate II´ dehnt sich über 13 Minuten. Die Komposition wechselt zwischen monumentalen, riffbasierten Passagen, düster-schleppenden Sludge-Momenten und melodischen Interludien. Die Vocals bewegen sich zwischen dramatischer Kraft und fragiler Intimität, während die Band das Finale zu einem Höhepunkt aus Spannung, Melodie und Wucht formt, das die gesamte Albumästhetik bündelt.

´Floodgate´ ist technisch brillant und stilistisch recht eigenständig. IMMINENT SONIC DESTRUCTION beweisen, dass Progressive Metal immer noch eigene Wege finden kann. Die Mischung aus aggressiven Riffs, melodischen Momenten und kraftvollen Harmonien ergeben ein intensives Hörerlebnis. Sowohl Liebhaber klassischer Prog Metal-Kompositionen als auch Anhänger düsterer 90er-Einflüsse werden von ´Floodgate´ angesprochen.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/imminentsonicdestruction

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