
PHILOSOPHOBIA – The Constant Void
2025 (Progtology Records/Sensory Records) - Stil: Prog Metal
PHILOSOPHIA treten mit ihrem zweiten Album ´The Constant Void´ in eine Welt aus epischem Progressive Metal ein, die gleichermaßen emotional aufgeladen wie technisch virtuos ist. Schon der Opener ´Intro´ kündigt an, dass hier kein einfacher Soundteppich, sondern ein vielschichtiges musikalisches Universum wartet. Atmosphärische Synthesizer schieben sich über dunkle Gitarrenflächen, hallende Stimmen flüstern Andeutungen über Verlust und Vergänglichkeit, und der Hörer wird sofort in eine gespannte, beinahe filmische Stimmung gezogen, die auf das kommende Epos vorbereitet.

Mit ´King Of Fools´ beginnt das Album mit voller Wucht – und sogleich mit einem Ohrwurm. Der Song entfaltet einen kraftvollen, energiegeladenen Prog Metal-Sound, der stark an die aggressiveren Phasen von DREAM THEATER erinnert. Sänger Domenik Papaemmanouil wechselt zwischen schreiender Intensität und hymnischem Ausdruck, während die Gitarren von Andreas Ballnus scharfe Riffs entfalten, die schwer und zugleich melodisch sind. Die rhythmische Basis von Alex Landenburg und Sebastian Heuckmann treibt das Stück voran, unterstützt von subtilen Keyboardflächen durch Tobias Weißgerber, die den dramatischen Spannungsbogen des Textes über menschliche Hybris und Täuschung unterstreichen.
´The Forgotten Part I´ entfaltet zunächst einen kreisenden, metallischen Ansturm, der sich dann nochmals aus sanfter Ergriffenheit á la CRIMSON GLORY langsam zu einer massiven, emotional geladenen Power-Nummer steigert. Der Text erzählt von Gaia, deren Zorn über die Zerstörung durch ihre menschlichen Kinder deutlich wird. Die Bridge öffnet sich auch zu moderneren, beinahe spielerischen Momenten, während die heroischen Refrains den narrativen Kern stützen: die Zerrissenheit zwischen Zorn, Trauer und Verzweiflung. Anklängen an EVERGREY bleiben dabei nicht aus.
´Inside His Room´ präsentiert sich als metallisch-avantgardistisch anacrusischer Track. Der Text malt ein Bild verlorener Träume, von Wänden, die schwarz gestrichen sind, während die Musik zwischen düsterem Groove und expressiven Gitarrenmotiven pendelt.
´Will You Remember´ steigert sich langsam von ruhigen, leicht singenden Gitarren zu einem harmonischen Crescendo. Die Lyrics reflektieren in neo-progressiver Emotionalität über Erinnerungen, Vergänglichkeit und den Versuch, einen geliebten Menschen nicht zu vergessen. Musik und Text verschmelzen hier, die Gitarren führen solange bis die Vocals die emotionale Tragweite in hymnischer Klarheit ausbreiten.
Die Instrumentalnummer ´F 40.8´ erlaubt PHILOSOPHIA, ihre Virtuosität zu zeigen, ohne sich in überflüssiger Technik zu verlieren.
Mit ´Underneath Grassroots´ senkt sich das Tempo, und die Musik öffnet sich für einen stillen, emotionalen Moment. Die Lyrics erzählen von verlorener Unschuld und ungesagten Worten. Die Stimmung ist verletzlich, fast zerbrechlich, und die zurückhaltende Instrumentierung verstärkt die emotionale Wirkung der Texte.
´The Fall´ baut sich hernach umgehend zu einer kraftvollen Komposition auf. Melancholische Gitarrenmotive wechseln mit progressiven, metallischen Riffs, die Keyboardflächen streuen atmosphärische Höhepunkte ein. Die Lyrics sprechen von Schuld, Schmerz und der menschlichen Neigung zu Fehlern, während die Musik die narrative Dramatik elegant unterstützt.
Das monumentale Prog-Epos ´The Forgotten Part II´ eröffnet mit einem Kinderchor, der eine fragile, fast sakrale Stimmung erzeugt. Die Lyrics schildern die Tragödie der Menschheit, die Folgen von Selbstsucht, Umweltzerstörung und verlorener Weisheit. Vocals wechseln zwischen schreiender Aggression und hymnischer Klarheit. Rob Leland steuert eine erzählerische Stimme bei, die die apokalyptische Erzählung vertieft. Die emotionale Ergriffenheit aus dem ersten Teil berührt abermals die Seele, ehe die finalen, triumphalen Vocals die epische Dimension des Albums unterstreichen und es auf beeindruckende Weise abschließen.

´The Constant Void´ überzeugt als emotional dichtes Progressive Metal-Album. PHILOSOPHIA komponieren schwere, moderne Metal-Songs mit Melodie, hymnischem Ausdruck und einer erzählerischen Tiefe. Mit ihrem zweiten Album erschaffen sie eine noch dichtere Verbindung von virtuoser Instrumentierung, dramatischer Wirkung und lyrischer Reflexion, sodass jeder Song als lebendige, erzählte Szene wirkt.
(8,88 Punkte)
https://lasersedge.bandcamp.com/album/the-constant-void
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